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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 22 (1898) · p. Seite 322

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
22 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 322 (sequence 4)
Language
German
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— \m — um nicht den: Müßiggang anhei:::zufallen " So aalt auch ihm die körperlich anstrengende Arbeit umsomehr als eine Ehre, da sie ihn: noch ohnedies die Mittel zun: Gesetzesstudium verschaffte. Das jüdische Volk war stets arbe:tsan: und stand in seiner rastlosen Thätigkeit hinter keiner andern Nation zurück. Ackerbau und Handwerk waren bis zur Auflösung seiner staatlichen Selbständigkeit seine löauptbeschästigung, wogegen der Handel geringes Ansehen genoß. Daruni hatte auch hillel an jenen Tagen, da er vor den Thoren Jerusalems stand, seinen Bruder von jener gering geschätzten Thätigkeit fern halten wollen. hillel brauchte sich umsoweniger seiner Thätigkeit als Tagelöhner zu schämen, als seine Lebrgenossen gleichfalls neben ihrem Studium ein Handwerk trieben oder durch dieselbe anstrengende körperliche Tagesarbeit ihren Lebensunterhalt erworben. Schemaja hatte seinen Schülern den Satz eingeprägt: „Liebe die Arbeit!" Ebenso rief :nan den Besuchern des Lehrhauses auch den Spruch zu: „Ersieh dir einen Nahrungszweig neben der Thora, der du dick: liebend gewidmet." Denn :nan war überzeugt, daß jedes Studium, welchem keine Handarbeit zur Seite ging, zuletzt in Eitelkeit ende und Sünde nach sich ziehe. So war die Verbindung des Gesetzesstudiun:s mit einen: nützlichen bürgerlichen Gewerbe nicht nur eine Lebensbedingung für manchen Meisenschüler, sondern sogar eine Pflicht. Studium und Handwerk, Wissenschaft und Gewerbe, Arbeit des Geistes und Arbeit der Hände galten als ein verträgliches und nicht zu scheidendes paar. Es war sogar die Ansiebt zur Herrschaft gekonnnen, daß die Missenschaft durch die Verbindung mit einem Handwerk geadelt werde. Gar mancher weise Rabbi, der von seinen: Aatheder herab Morte der Belehrung an seine Schüler richtete, betrieb zugleich das Gewerbe eines Schusters, Sandaleninachers, Töpfers und dgl. Monüt sollten sie sich auch sonst erhalten und ernähren, da sie nicht besoldet waren! Es gehörte ein hoher Grad von Selbstverleugnung, Aufopferung und vor allem Begeisterung und Hingebung für die Religion und das Gesetz, um sich einer solchen aufreibenden und wenig Lohn verheißenden Thätigkeit hinzugeben, und nur die edelsten Seelen waren zu solchen Opfern fähig. Um Unwürdige von: Lehrhause fern zu halten, die Schüler auf ihren sittlichen Mert zuvor zu prüfen und eine::: zu starken Andrange von Zuhörern vorzubeugen, stellten Schemaja und Abtaljon bei den: Lehrhause einen Pförtner an. Dieser ließ nur gegen Erlegung einer bestnninten Eintrittsgebühr die Zuhörer ein. Die Folge war, daß fortan die Schule nur von solchen Männen besucht wurde, die :::it Ernst und Freudigkeit sick: der Lehre ergaben; denn nur diese waren dazu bereit, nun auch noch das neue Opfer an Geld ihre::: begeisterten Streben zu bringen.

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