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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 19-20 (1898) · p. Seite 291

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
19-20 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 291 (sequence 13)
Language
German
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291 SuliollFMärcheii. Pic Lebensgeschichte des (Goldsterns, von ihm selbst erzählt. ch fühle, daß ich alt werde, und daß es Zeit äst, meine Lebensgeschichte zu schreibeit. Eigentlich habe ich alle Jahre nur einige Tage gelebt, aber schön war's dann doch inuner, herrlich schön, vnd deshalb lohnt es sich, dies niederzuschreiben. Vor allein muß ich sagen, wer ich eigentlich bin: Ein schöner, großer, sechseckiger, goldener Stern aiis — Pappe, aber gut und dauerhast, das dürft Ihr mir glauben, soiist hätte ich nicht über 20 Jahre schon ausgehalten als Schinnck siir die Sukoh. Kräftig fühle ich mich noch immer, nur etwas wehmütig gestimmt, seitdem ich voriges Jahr meinen treuen Gefährten, meinen Bruder verloren habe. Das lvar ein Stern, so groß wie ich, aber aus Silber, lliid doch gab es nie einen Raiigiinterschied zwischen uns, ich fühlte mich nie iiiehr als er, trotzdem ich aus Gold bin. Wir haben uns immer sehr gut vertrageil, uns gegerlseitig alles anvertrailt, und jedes Jahr, wenn wir nach Sukoh wieder in den Kasten zurückgelegt wurden, unsre Erinnerungen über die schönen, nur zil schnell entschwundenen Tage ausgetanscht. Das war immer eure Freude für uns, wenn wir draußen das Laub von den Bäumen fallet: hörteil, weil wir wußten, nun ist der Herbst da und Sukoh nah. Große Ehre hatten wir inuner, mehr als all die vielen, schönen gläitzenden Sacherl, die da noch hingen, denn immer hörten wir gleich nach Beginn des Festes aus den: Munde lieblicher KickAer die gegenseitige Frage: „Wer sieht den Goldstern? Wer sieht den Silberstern?" Hub dann die freudige Antwort: „Dort siehst Du, der goldene, m:d da der silberne, schau, gerade über dir neben der glänzenden Kugel." Wie glücklich war der, der uns zuerst gefnndei: hatte, llnd wir wiegtet: uns dann behaglich, voi: einem leisen Lüftchen bewegt, :n:d zitterten vor Freude. Wie schöi: lvar es doch, auch einmal beachtet zn werden, t:achde:n mar: ein ga::zes Jahr larrg unben:erkt geblieben. Und gar noble Gesellschaft gabs auch i:t unsrer luftige:: Höhe. Da waren Kugelt: ganz ans Glas, große und kleine, rote, grüne, gelbe, goldene und silberne, die glänzten wie lauter Spiegel, die warfen ltnser Bild zurück und zeigtet: uns, wie prächtig wir waren; dain: hingen da Ketten voi: bunten: Papier, Lampions, Apfel, Birnen, Nüsse, Trauben, Obst von Glas m:d Fische von Gold, lieblich duftende Blumen, und in der Mitte hing ein großer hölzerner, sechseckiger, mit bullten: Papier überzogener Stern, den :nan der Mage::-Dawid nannte, und in diese::: hing eine glänzende Lampe.

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