Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 18 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9620171-9622086-9622433--1211-9622436- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Am BersöhnunSslage. Gott ist allwissend und allgegenwärtig, pfalm CXXXIX. 1/ err, du erforschst und Kennest mich, Und all mein Sinnen kommt vor dich; Du kennst mein Wandeln und mein Ruh'n, Wein Wollen, Denken und mein Thun. Und regen stch in tiefster Brust Gedanken, mir noch unbewußt, Sieh, Ewiger, du merkst sie schon. Ja, meiner Junge ist entlloh'n Doch nicht das Wort, ja nicht ein Baut, Du weißt es, und dir ist's vertraut. Iu wunderbar, zu hoch und hehr Ist's, ich begreif' es nimmermehr. Wohin soll ich vor deinem Geiste, Wohin vor deinem Antlitz stieh'n? Und wenn ich durch die Himmel Kreiste, Wo Sterne wandeln, Sonnen glüh'n, Ich würde, Ewiger, dich stnden. Und lagert' ich in Höllenfchlünden, So warst du, Ewiger, auch da! Wollt' ich aus Worgenrotes Schwingen Bis an des Meeres Grenzen dringen Und ruh'n an seiner Wogen Band, So hielt' auch dort mich deine Hand, Und deine Rechte war' mir nah'. Sprach' ich zur Rächt: Bedecke mich! So wandelte in Dicht das Dunkel stch. Denn Finsternis, auch noch so dicht, Birgt nicht vor deinem Angesicht, Und stnster darf nicht stnster vor dir sein, Rächt ist vor dir wie lichter Tagesschein. Ach, prüfe, Gott, mein Herz und meinen Sinn Und steh, ob ich auf rechtem Wege bin, Und strauchle ich, sei Stab mir und Geleit Und führ' mich aus den Weg zur Seligkeit. Gustav Iacobsobn.