Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 17 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9620171-9622086-9622412--1199-9622424- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
258 (Für jüngere Kinder). Geliebte Eltern! Schon wieder ist ein Jahr vergangen, Ein nenes heut' beginnt den Lauf, O wieviel Lieb' Hab' ich empfangen! Ja, Gottes Gnade bört nicht auf. Und Ihr, habt Dank für Eine Liebe, Für Eure Sorgfalt und Geduld! C, daß ich niemals Euch betrübe, Mir nie verscherze Eure Huld! Es. fei meür eifrigstes Bestreben, Euch, teure Eltern, zu erfreu'n, Das höchste Ziel tu meinem Leben Sei: Euer liebes Kind zu sein, F. Liebste Großeltern! Das alte Jahr hat nun geendet. Ein neues hat trns Gott gespendet. Was wird die nächste Zukunft bringend O mög' Euch jeder Wunsch gelingen! Ihr wolltet ja 311 allen Zeiten Mir Freude nur und Glück bereiten. Drum wünsch' ich aus der Seele Grund: Verbleibet froh Ihr und gesund: Und was dem Alter all Beschwerden Gegeben, mög' erträglich werden. Der Herr des Himmels, er bewahre Euer Leben noch recht viele Jahre: Er fchenil' Euch hier auf Erden schon Den wohlverdienten reichsten Lohn! F. (Für die Kleinsten.) Ein kleines Wünschlein bring’ ich dar: Gott segne Euch im neuen Jahr. Ein Traum im gelobten Lande. Jm Austrage, der Universität zu B. unternahm Professor R. eine Reise in das heilige Land, Nach einer anstrengenden Seefahrt landete er in Jaffa und fuhr dann mit der Bahn auf Jerusaleilt zu. Ans der pelzten Station vor der Stadt stieg er aus, um den Rest des Weges zu Fllß zurückzulegen. Der Frühling war eingezogen und hatte seine herrlichsten Gaben verschwenderisch misgeteilt. Es sproßte und blühte ringsumher, und eilt Windzug, der zuweilen über die blumigelt Triften strich, entlockte den purpurnen Rosen einen berauschend süßen Duft. Die lieben Blümleiti hoben freudig ihre Köpfchen, wenn der milde Hauch Gottes sie liebevoll küßte. Aln Horizonte tauchten jetzt die Kuppeln der heiligen Stadt lichtnmflutet hervor. Unser Professor war fröhlich: das Blut wallte ihm lebhafter in den Aderit. Rüstig schritt der Wanderer dem laltgersehnten Ziele zu. „Jerusalem! Du Gottesstadt! In deinelt Thorelt sang einst ein David seilte Psalmelt: ein Salomo gab hier der Menschheit weise Lehren, ein Salomon, der in verklärter Wehmut mlsries: „Alles, alles ist eitel!" *