Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 17 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 256 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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256 nicht mehr hier sein," sagte Noemi entschlossen und mit weniger Respekt als sie sonst vor dem Aönig an den Tag gelegt hatte. Tine lvolke des Zornes zog über die Stint des Aönigs. „So du möchtest nicht," sagte er. „Aber weißt du auch, daß der Aönig nur zu befehlen hat, daß es nicht in deinem Willen liegt zu handeln, wie es dir gefällt? Ich werde dich vornehm erziehen lassen, du sollst einst zu den reichsten und angesehensten Frauen gehören." Noemi schüttelte verneinend das Haupt, es ist öde und traurig jetzt da, wo meine geliebte Aönigin fehlt, und niemals würde ich mich mehr freuen können, was mir auch Schönes geboten würde. Dort möchte ich auch sein, wo meine geliebte Herrin jetzt weilt." Und indent sie [ben Blick gen Himmel erhoa, sah der Aönig zwei Thränen ihren Augen entrollen, Sie waren Zeugen der Anhänglichkeit des Rindes für ihre einstige wohlthäterin. Herodes wendete sich ergriffen von Levi und seiner Tochter ab. Tr trat an das Fenster und starrte schweigend hinaus in das Gewühl der Menschen, die vor dem j?alaste sich hin und her bewegten. Als er sich umwandte, zeigte sein Gesicht?Ruhe und Freundlichkeit. „Wenn du also nicht hier bleiben willst," sagte er zu Noemi, „so will ich nicht darauf bestehen. Aber wenn du später einen Wunsch an deinen Aönig haben solltest, so suche ihn auf, und er wird dir gnädig sein." Leichten Gemüts kehrte Levi und seine Tochter nach seiner Wohnung zurück. XII. Die Vernichtung der -„Hasmonäerrächer^. Ttwa 3 Stunden von Jerusalem lag eine Höhle zwischen dicht bewaldeten Bergen so versteckt, daß sie nur wenigen, der Gegend völlig Aundigen bekannt und zugänglich war. Hier hatten sich die Anhänger der Hasmonäerrächer zu einer ernsten Beratung eingefunden. Zn dieses fast unauffindbare Versteck mußten sich die Jünglinge zurückzuziehen, um nicht den Verfolgern, die der Aönig ausgeschickt, in die Hände zu fallen. „Nachdem das Unglaubliche geschehen," begann einer der Jünglinge, „nachdem der letzte Sproß des edlen Hasmonäergeschlechts von Mörderhand gefallen ist, bleibt uns nur eines zu thun übrig. Ts ist uns nicht gelungen, unsere geliebte Aönigin Mariamne zu retten, — so laßt uns Rache nehmen, Rache an dem Mörder auf dem Throne-Herodes muß sterben!" Lautlose Stille herrschte nach diesen Worten in dem unheimlichen Versteck. Da ließ sich Ukwo, der Sohn Thamas, also vernehmen: „wir haben bis jetzt unsere Hände vom Blute reingehalten, wo es nicht galt, der Abwehr gegen die Gewalt und der Befreiung des unschuldig Be-