Mannheim
Compact Memory

Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 17 (1898) · p. Seite 250

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
17 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 250 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9620171-9622086-9622412--1191-9622416
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

250 Ich aber will mit ganzer Seele, Mit ganzem Herzen, ganzer Kraft Mich weik'n nach göttlichem Defekte Dem Glauben treu gcwilsenbaft, Dem Glauben Israels, der Debre, Wie lle des Em'gen Huld uns gab; Sie fei mein Glück und meine Ekre, Sei meine Stühe und mein Stab. Gustav Jacobsobn. ~'2‘n tt’N-i-Hcujaßr. Y^/enn wir am Vorabend des 1. Tischri nach andächtigen: Gebete ' das Gotteshaus verlassen, Pflegen wir einander zuzurnfen: rO&V - Stuf ein glückliches Jahr! So flehet der Vater den Segen Gottes auf das Haupt seines geliebten Kindes herab; also bringt des dankbaren Kindes reiner Mund voll inniger Rührung dem guten Vater, der treuen Mutter seine Segenswünsche; so beglückwünschen die Gatten, die Verwandten, die Freunde einander, und manche Thräne bekundet die tiefe Ergriffenheit, die sich des Israeliten an der Schwelle des neuen Jahres bemächtigt. Jedem Israeliten, der sich seiner Aufgabe als Mensch, als Jehudi bewußt ist, drängt sich die bange Frage auf; „Was wird das neue Jahr mir bringen?" Aber nicht von Kleinmut und Verzagtheit sei diese Frage eingegeben, sondern von freudiger Hoffnung und froher Zuversicht; denn „bis hierher hat uns Dein Erbarmen beigestanden und nicht hat uns Deine Gnade verlassen, und Du, Ewiger, unser Gott, wirst uns auch nimmer verstoßen." Freilich hat das verflossene Jahr nicht allen von uns die Erfüllung unserer Wünsche gebracht; wohl ist manche Hoffnung getäuscht worden, manche Bitte unerfüllt geblieben, wohl ist manche Thräne des Schmerzes geflossen, ist so manches Herz von Kmnmer und Grain gequält worden — allein der wahrhaft gläubige Jsraelite verzagte dennoch nicht, an dem Vaterherzen Gottes fand er Trost, und er fragte nicht und klagte nicht, sondern erhob sich an den trostreichen Worten der frommen Hanna: „Der Ewige tötet und belebet, senket in die Gruft und hebet wieder empor, der Ewige macht arm und macht reich, er erniedrigt, aber erhöhet auch." Welches sind nun eure Wünsche und Hoffnungen, deren Erfüllung zu eurem wahren Heile notwendig ist? Habt ihr schon darüber nachgedacht, liebe Kinder? In erster Reihe wünscht ihr wohl, der liebe Gott möge eure

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.