Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 15 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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! — 218 — Kommt, Kinder, hört mir;u! Ps. 34, \2. Don L>r. io. Kuttuer tu Frankfurt a. M. XXXI. Es sind eillige Monate her, dotz ich lmtor obiger Überschrift zu euch geredet habe, Ich will nun, dainit wir nicht ganz den Znsanlnlellhallg verlieren, gerade die Ferien dazu benutzen, euch zwar nicht voll der Schule zu unterhalten, aber von dem Verhalten gegen Lehrer und Erzieher. Im 6. Heft (S. 82) also war die Rede von unserem Verhalten gegeil ältere Personen. Wenil wir, ivie dort ansgeführt wurde, diesen Achtung und Ehrfurcht beweiseil sollen, so wird das in noch viel höhereur Maße der Fall fein müssen, wenn diese Persollen gar unsere Lehrer sind. Das seht ihr ja delltlich ein, daß die Linder llicht alles voll ihren Eltern lernen können', das geht schon deshalb llicht, weil die Elterrl gar llicht so viel Zeit haben. Dazu konnnt dann, daß sie schon so vieles vergessen haben, daß ihre Linder nicht inehr gut voll ihnen lernen könnten. Auch ist ein Lehrer geschickter und gedlildiger iin Lehreil als viele Elterrl. Ulld lvie oft haben die Eltern ili ihrer Jugend nicht viel lernen können ulld wollen nun, daß wenigstens ihre Binder mehr lernen! Ulld dafiir sollt ihr ihllen dankbar sein. Was thlin also die Eltern, werul sie euch llicht selbst unterrichten können? Sie schickeil euch tu die Schule, oder zll eilienl Lehrer .oder einer Lehrerin, lilld bei biefeu lernt ihr dann das, was ihr znm Leben brauchet', bei ihnell eignet ihr ellch die Kenntnisse unb Fertigkeiten an, die ihr nötig habt, in» nützliche und brauchbare Menschen Zll werden, um ellch küilftig, wenil eure Eltern es nicht niehr lhllll, selbst erwerben Zll können, was man gebraucht, lim nicht nur Zll leben, sondern auch das Leben all genehm und schön zu machen. Denn Essen lind Trinken, Wohnung und Kleidnilg gellügell wohl, nnt zu leben, lilld das hat ja and) das Tier', aber ein Mensch braucht noch mehr, wenn fein Leben menschlich, angenehm mib schön feilt soll. Denket einmal eilt Weilcheli darüber nad)! Ist es nicht selbstverständlich, daß ihr eliren Lehrern für - alles das dankbar sein müßt? Und sie lehren euch nicht bloß allerlei Wissen, um euren Geist zu nähren, allerlei Geschicklichkeiten ulld Fertigkeiten schreiben, Zeichnen, Singen, Handarbeiten n. s. lv. — die alle zur Verschöllernng des Lebens beitragen, sondern lehre» euch auch gute Sittell und maltcherlei Tilgenden, die ihr euch aneignen nr ü ß t, wenn ihr von den Menschen geachtet werden und ein angenehmes Leben führen wollt. Denn ein unmanierlicher und sittenloser Mensch wird kein angenehmes Leben haben. Für alles das habt ihr also euren Lehrern und Erziehern dankbar zu fein und ihnen