Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 13-14 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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)fs n. Zum 9. M. Pom 17. Tamus bis ziun 9, Ab*) daiiern die „3 Trauerwochen". Diese Zeit erinnert uns ent das Entdringeu der Römer in die Stadt Jerusalem, an die unbeschreiblicheit Greuelscenen bei der Belagermtg tutd Erstürntllltg der Stadt mrd an die Zerstörtlng des heiligen Tempels. Es ist eilte atlffällige Erscheintutg, daß fast jeder in der Geschichte Israels denkwürdige Tag ein Gedeitktag tnehrerer bedetttender Ereignisse geworden ist, von denen jedes einzelne schon genügt haben würde, diesen Tag merkenswert erscheinen ztr lassen; z. B. der 7. Adar gilt als der Gebltrts- und auch als der Sterbetag Mosis. Am 17. Tamus soll auch Moses int heiligen Zorne die steinernen Tafeln zerbrochen habet!, als er bei der Rückkehr vorn Sittai die Kinder Israel unt das goldene Kalb tanzend antraf. Die aber ftir Israel verhängnisbollstett geschichtlichen Ereignisse haben sich am 9. Ab abgespielt. Am 9. Ab 586 wurde der erste, (der von Salomo erbaute) tutd att demselben Tage des Jahres 70 der gew. Zeitrechnung der zweite Tempel zerstört. Ferner dürfte es euch bekmmt sein, daß ant 9. Ab 1492 die Ittden atts Spatsten Vertrieben wttrden. Es ist daher ttatürlich, daß dieser Gedeitktag aus dem Herzen Israels tstentals schwinden, uttd ein Trauertag für ttns bleiben wird für alle Zeit. Aber nicht intr ein Tag der Trauer soll ttns der 9. Ab seilt, sottdern mich ein Tag der Belehrung tmd Ermahntmg. Vergessen wir tticht, daß unsere Väter das iiber sie hereingebrochene Unglück ztmt größtett Teil selbst verschtildet haben, iitdem sie der mahnenden Stimme der Gottesproph'eten kein Gehör geschettkt, sonderit üt der Gottlosigkeit verharrtett und sich dttrch llneinigkeit und Zwietracht einander schwächtett. Wir költtten es kattm begreisett. daß die Worte eines Ieremija die Israelitett zur Rückkehr vott ihrem gottlosen Wandel lstcht zu bewegett vermochten. Warett es doch die eittdringlichen Mahltworte desjettigelt Prophetelt, dessen Klagelieder tnts ttoch in der hetttigen Zeit ant Vorabend des 9. Ab mächtig ergreifen und wehtitittig stimmen. Schon 40 Jahre vor der Zerstörung Jerttsalems begann Ieretnija das Wort Gottes ztt verkünden. Er war tief bekümmert über den Götzendienst und die Sittenlosigkeit seiner Landsleute, welche,, Gottes Boten verhöhttten, seine Worte verachteten und seine Propheten mißhandelten" (Chrottik 36, 16.) Er wttrde nicht müde, ihnen ihre Sünden vorztthalten und ihnen den Untergang zu verkültdett, wenn sie sich nicht bessern würden. Ja er scheute sich *) In diesem Jahre vom 7—28. Juli.