Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 11 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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175 Oer Garten- und Blumenfreund. Juni. Die erstell Früchte des Gartens, Stachel- und Johannisbeeren, werden reif: auch an Kirschen können wir uns bereits erfreuen! Sollen wir uns dafür nicht dankbar erweisen? Zeigt malt sich aber dankbar, wein: iltan ganze Äste der Baume abbricht, so daß der Baltm eine lange Rißwunde bekommt? Alle Wunden der Bämne inüssen sogleich an den Rälldern der Wunde mit scharfem Messer glatt geschnitten werden, damit die Wunde besser heile. SodalNl ist es gut, große Wnildelt mit Lehm, in welchem man Strohhttcksel mengt, zu oerstreichell, klei::e Wliltden mit Baumwachs zu bedeckell. Jedes Kiltd, das den Gartell liebt, soll stets mit offenelt Augen umhergehen, um kleine Schädel: an der: Bäumen zu entdeckelt imd mit Sorgfalt an ihre Heilmtg zu schreiten. Auch draußell im Felde lnid Walde läßt sich mancher Schaden durch eitlen eiilzigei: Handgriff gut rnachen. Aber der Gärtner schneidet ja allch an den Bäumen herum, thut dieser ihnen nicht auch wehe? Der Gärtner ist wie eii: Arzt, a::ch dieser muß ben schwärigen Finger auf* schneidell, dainit er bald wieder gestmd werde. Der Gärtner beschneidet seine Bäumchen, dainit sie desto reichere Frucht tragen. Kann dies der Gärtner gang nach Belieben? Ei freilich. Ich will euch einiges darüber.sagen. Seht euch eimnal diesen frisch gewachseneil Zweig an. Er ist schön gerade Mld soll ill de:: uächstell Jahren schon ein Ast werden. Diesen rührt also im Somiller niemals an, laßt ihn ungehindert wachsen. Aber da sind links und rechts ganz kleine Zweige, diese foiten niemals Äste werden, sondern oiellnehr all knrzeil Stielet: illls Früchte bringen. Versucht es nun und zwickt all diesen kleinen Zweigen, die nicht zu Ästen bestimmt sind, die weiche krautartige Spitze ab. Was wird geschehet:? Das entspitzte Zweiglein kann mui ilicht mehr st: die Länge wachsen, aller Saft, den es bekommt, wird sich daher anf die vier bis fünf übrig gebliebeilen vollkommen ausgebildetei: Blätter verteilen. Jedes Blatt aber hat dgxt, wo der Stiel all den: Zweige angewachsen ist, scho:: ein kleines Auge. Dieses wird nun recht stark ::nd groß mib es verwandelt sich durch ben reichen Saftzufluß in eii: Fruchtauge. Probiert es eimnal und seht scharf zu, wie inerkwürdig dies alles vor sich geht. Tante Jda. Apnich. Trag eia .Herden prcuden offen,;Doch nun .Leidenskampf bereif; Lern im ß^iss^esefiieke hoffen, Dglnk des Sturms hei heiterer Heil. Salts.