Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 11 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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171 Mit Adlerblick erspähet der Gedanke, Was noch verborgen unsrer Wissenschaft. Und herrlich thront auf hohen: Postamente Das mächtge Werk vor: eines Künstlers Kraft. Wenn Kunst und Wissenschaft so glänzend blühen, So ists des Kaisers redliches Bemühen. llnd heut', wo wir bei dieser: Festesklängen Die zehn verfloss'nen Jahre rückwärts schaust:. Da sehen wir nun nnsers Kaisers Arbeit, Eil: Werk voi: Geist und inn'gen: Gottvertrau'::. Er ist ein Kaiser, Deutschland treu zu lenken. Es herrscht der Ahnei: Geist in seinen: Denker:. Glück auf, Glück auf, Du edler Hohenzoller! Das deutsche Volk begreift, was Du gethan; Und das Gebet für feinen teuren Wilhelm, Es zieht auf Andachtsschwinger: himmelan. Der Herr verleih' Dir seiner: Segen, Er schirme Dich auf allen Deinen Wegen! Eine eigentümliche jüdische Sekle. »er Reisende Oberst Anton Turr:a hat vor einiger Zeit eiü Buch unter dem Titel „Griechenland, Macedonien, Südalbanien" herausgegeben, dem wir folgende unsere Leser gewiß interessierende Schilderung entnehmen: Die Israeliten sind in der Türkei durchweg Spaniolen, das heißt die in der Mitte des 16. Jahrhunderts eingewanderten spanischen Juden. Sie sprechen auch noch immer unter einander ein verkümmertes Spanisch. Sie sind fast durchweg Handelsleute und Geldverleiher. Eine eigene Sekte von Israeliten lebt in Snlonik, welche Konsul von Hahn in seiner „Reise durch die Gebiete des Drin und Wardar" näher beschreibt. Diese Sekte heißt Deunmv oder Mamini, und sie scheint blos in Salonik zu existieren. Sie bekennen sich äußerlich zum Islam, im geheimen aber zum Judentum. Sie halten sich möglichst abgeschlossen und besuchen die Moscheen nur so weit wie nötig, um den äußeren Anschein zu wahren; in dieser Absicht unternimmt wohl auch hier und da ein Dennms eine Pilgerfahrt nach Mekka. Sie verheiraten sich weder mit Türken, noch mit rechtgläubigen Juden. Man weiß nichts über ihre Glaubenslehre, doch befragen sie in streitigen Fällen