Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 11 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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' W"l|RBPp! — 169 — „Danach haben wir kein Begehr. Ls ist nur ein Wort, ein einziges Wort, das wir von Luch zu hören wünschen —" „Lin Wort?" fragte Salome erstaunt. „Nun, bezeichnet mir dies Wort, ich werde es euch sagen, wiewohl ich nicht gewöhnt bin, irgend einer Forderung zu willfahren, wenn sie von solchem Munde ausgeht —" „Ihr sollt uns den Aufenthalt der Königin nennen," erwiderte Ukwo, unbekümmert um die ihm zugefügte Beleidigung, ruhig und gelassen. „Also das ist es," rief jene sich ereifernd. „Also einige ihrer Ritter in Ausübung des Räuberhandwerks! Vielleicht seid ihr gar auf dem Wege, sie zu befreien," fügte sie höhnend hinzu. „Ls dürfte Luch wenig kümmern, zu welchem Zwecke wir diese Auskunft wünschen, und wir müssen sie haben, sonst —" „Sonst — würdet ihr mich töten. Wohl, das liegt in eurem Gewerbe und kann euch unter den jetzigen Umständen nicht schwer werden." „Das wird nicht geschehen, wir sind keine Mörder, — aber in unserer Gewalt werden wir Luch behalten, bis Ihr uns gesagt, wo die Königin sich befindet." Auf dem Angesichte Salomes prägte sich der glühende Zorn aus, der sie vergessen ließ, in einer wie gefährlichen Lage sie sich befand. Ihr Hochmut und ihre Bosheit verließen sie auch jetzt nicht, und in verächtlichem Tone sagte sie: „Die Königin, die Lhebrecherin, befindet sich in der Festung Alexandreion. Gehet hin, ihr Starken und Zahlreichen, und versucht sie zu befreien!" — Bei dem Worte „Lhebrecherin" verließ Ukwo seine bisherige Kaltblütigkeit und Ruhe. Line unbeschreibliche Wut bemächtigte sich seiner. In seiner Rechten blitzte ein Dolch, und indem er denselben der Verleumderin auf die Brust setzte, rief er mit bebender Stimme: „Widerrufe, Weib, was Deine Lästerzunge jetzt über die edelste und reinste Frau ausgesprochen, oder dieser Stahl durchbohrt Dein falsches, sündhaftes Herz!" Salome wich entsetzt zurück. Aber Ukwo drang auf sie ein und rief vor Erregung bebend: „Widerrufe!" Die zornsprühenden Blicke des Jünglings und seine Drohung mochten ihren Hochmut wohl gebrochen haben, und mit zitternder Stimme brachte sie stammelnd die Worte hervor: „Ls — ist — unwahr, — die Königin — ist-unschuldig! — „So fahre denn des Weges, entgegen dem Schicksal, das Dir Dein verbrecherisches Thun bereiten wird! „Brüder!" wandte sich Ukwo an seine Genossen, „ich bürge dafür, daß sie uns die Wahrheit gesagt. Ihr Stolz ließ sie uns verachten, sie unterschätzt die Mittel, die uns zu Gebote