Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 9 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 137 — -eil Fremdling, der in deinen Thoren ist, damit fie hören une lernen, und dast sie fürchten den Ewigen. euren Gott, und beobachten und ansüben alle lvorte dieser Vehre." Dieses vorleseii kann natürlich nur so lange von Antzen sein, wie da; Volk die hebräische Sprache der Thora versteht. Aber jede Sprache ändert sich mit der Zeit: manches neue Wort kommt ans, manches alte verschwindet oder bekomint eine andere Bedeutung, manche Form lautet mit der Zeit anders, so ist es ja in jeder Sprache. Wenn ihr ein deutsches Buch von vor 500 Z. in die Rand nehmet, so werdet ihr sehr vieles nicht mehr verstehen, und nehmet ihr eins, das vielleicht 1000 stahre alt ist, so werdet ihr keinen einzigen Satz mehr verstehen, wenn sich die hebräische Sprache auch nicht so schnell veränderte, so ist es doch leicht Zn begreifen, da st Zur Zeit des Esra, der etwa 1000 st. nach Moses lebte, schon manches Wort im mosaischen Gesetze dem Volke unverständlich geworden war. Dazu kam aber noch, dast die stnden selbst nicht niehr recht hebräisch sprechen konnten. Erinnert euch, dast sie seit mehr als 100 stahren, seit Nebukadnezar, in Babylonien lebten, dast seit Lvrns immer neue Scharen von stnden nach Palästina Znrückkehrten, die alle die Sprache jener Länder, das sogenannte Aramäisch, mitbrMsten und sprachen, und ihr werdet euch nicht wundern, dast das alte Hebräisch nur noch dem Gelehrten geläufig war. Dazu kam noch weiter, dast im chemaligen Reiche stsrael schon seit dem 7. stahrhnndert (seit Salmanassar), die Samaritaner wohnten, dast die stllden namentlich an den Grenzen die Sprache der Aachbarn annahmen. Aehenlia erzählt am Schluffe seines Buches, dast er stnden gesehen habe, die ammonitische, moabitische und philistä'ische Frauen geheiratet hatten, und deren .Rinder wohl die Sprach, ihrer Runter verstanden, aber nicht die jüdische. So mutzte denn der obengenannte Hriestcr und Schriftgelehrte Lsra, als er dem Volke ans dein Gesetze Mosis vorlesen liest, durch die Reviten den Sinn angebeii und das Gelesene erklären lassen. Vas erzählt Aehemia ausdrücklich im Rap. S seines Buches. Die Volkssprache der stnden wurde allmählich das Araniäische, das in gaiiZ Vorderasien, liainentlich in Svrieu, Babylonien und (Mesopotamien gesprocheii wurde. Bei den öffeiitlichen vorlesnngeii ans der Thora, die nfckt nur an Fest- und Fasttagen geschaheii, sondern auch am Montag und Donnerstag, pflegte der volreser einen Vers deutlich vorznlesen, waranf dann der Übersetzer (Mcturgeman) d;sfclbc in der Volkssprache für die Geineinde wiederholte, war die Volkssprache aber arabisch oder persisch, so wurde das vorgelesene iiatürlich in diese Sprachen übersetzt. Diese Übersetzungen wareii anfangs nur mündbch, erst später wurden sie ausgeschrieben; und sie waren nicht etwa blost wörtliche Übersetzungen, sondern so, datz sie Zugleich auch erklärten. (Eine solche Verdolmetschung oder Verdeutlichung der Thora benannte inan mit dein aramäischen Worte Targnm (Mehrzahl: Targumini). (Es gab jernsalemische und bab\;-