Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 9 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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134 erzählt, daß Ukwo gestern abend mit einem eigentümlichen verlangen bei uns gewesen." „So — was begehrt er denn, der liebe Junge, der sonst so bescheiden in seinen UK'inschen ist?" Iipora teilte ihrem Alanue das Anliegen Ukwos mit und fuhr fort: „£r will den ^fund selbst der Köuuiu übergeben, und zwar möglichst bald. Er meint nämli.-b, die Schutzschrifl tonne die Königin vor Gefahren besckinneu, von der er sie umgeben glaubt. I b habe i i i!)m eine Auhäuglickck'eit an die Königin, ja eine Begeisterung für sie erkannt, die ich mir um so weniger erklären kann, als er ihr ja bisher so fern gestanden." „Kiese Begeisterung für die Königin kannst Du überall im Kolke wahrnehmen. Gs ist ja die triebe für das hasmonäifrbe Herrscherhaus, die dabei zuni Ausdruck kommt. IVas aber den IVunst-b Nkwos betrifft, so würde ich es für richtiger halten, wenn Du die Kapsel der Königin übergäbest," cntgegnete Nachman. „Das war auch meine Absicht, die ich ihm zu erkennen gab; allein er meint, er werde wohl nie wieder eine so günstige Gelegenheit haben, unsere Königin in der Kühe zu sehen, wie diese ist." „Ich weiß uielit, ob ich ihm, wenn es auch anginge, dazu raten solle Ger König ist jetzt mißtrauischer als je, er erblickt in den Verehrern der Königin' nur feine Feinde. Die Huldigung, die ihm gestern bei seiner Ausfahrt entgegeugebracht wurde, hat ihn nur zum Teil befriedigt. Er wähnt selbst in seiner nächsten Umgebung Feinde, und jedes fremde Gesicht, dein er zufällig begegnet, wird ihin erst recht verdächtig; darrun, weil er in den Verehrern der Königin feine eigenen Feinde sieht, hat er die Absicht, seine Gemahlin von hier zu entfernen." „Von hier zu entfernen . .?" rief Zipora im höchsten Grade erstaunt aus, „von hier weg und wohin?" „Du wirst wohl zu schweigen wissen, Iipora, wenn ich Dir eine Auttcilung mache, die die iVände dieses Gemaches nicht verlassen darf." „Ich habe doch wohl nicht nötig, Dir solches zu versichern; was weißt Du zu sagen?" „Der Kaiser Oetavian, der gegenwärtig auf Rhodus weilt, hat dein Könige ernste Ermahnungen zugehen lassen. Er inacht ihm Vorwürfe über die Hinriebtung Josephs, des Königs eigenen Schwagers und fragt ihn an, wohin schließlich eine solebe Regierung führen solle." „Das war in der That zu viel," meinte Zipora. — „Er hätte es vielleicht nicht gethan, wem! ihn feine Schwester Salome nicht dazu bestinnnt hätte, die nicht zurückgescheut ist, ihren eigenen Alaun ins Verderben zu stürzen. Nun, was wird der König thun?" „Ich habe ihm geraten, nach Rhodus zu gehen, um Gctavian zu be»