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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 9 (1898) · p. Seite 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
9 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 131 (sequence 5)
Language
German
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131 Alariamne. Geschi Etliche Erzählung aus dem letzten Jahrhundert vor der gewöhnlichen Zeitrechnung. Von Uloritz Scherbe!. (Fortsetzung.) Eie Uacht war inzwischen hereingebrochen; der am Tage so heitere Himmel war jetzt mit dicken Wolken bedeckt, und in tiefe Dunkelheit hatte sich die Stadt gehüllt. Ukwo durchschritt mehrere Straßen, bis er endlich vor einem großen, stattlichen Hause stehen blieb. Zn dieses konnte er nicht so ohne weiteres, wie bei Rabbi hillel, eintreten, sondern er hatte sich erst bei dem Thürhüter zu melden; dieser kannte Ukwo und wußte, daß er ein Verwandter des Hauses war. Uacbman Batyra, einer der angesehensten «Umnner der Stadt, war der Besitzer des Hauses. Schon der Flur, in den Ukwo eintrat, zeigte in seiner geschmackvollen Ausstattung und Hellen Beleuchtung, daß dieses Haus eine Stätte des Reichtums und der Vornehmheit war. Denselben CEinönicf inachte auch die Erscheinung eines Jünglings, dem Ukwo im Flur begegnete. Das Aussehen und die Haltung, Gesichtsausdruck und Aleidung, kurz alles deutete daraus hin, daß der junge wann, anscheinend ein Altersgenosse Ukwos, das Rind vornehmer Leute war. Seine edlen Gesiebtszüge nahinen den Ausdruck der Freude an, als er Ukwos ansichtig wurde. Beide Hände ihm entgegenstreckend, sprach er: „Dein Besuch macht mir große Freude, Ukwo, Du hast Dich ja so ange bei uns nicht sehen lassen. Sage, was führt Dich aber noch in so später Stunde zu uns?" „Du weißt ja doch, Zuda, daß wir Handwerker am Tage keine Zeit haben, Ausgänge zu machen; wir nn'issen daher zu diesem Zwecke schon die Abende zu Hülse nehmen." „Zn der That, Zhr Handwerker seid geplagte wenschen!" erwiderte der andere. „Geplagt? — Zch wüßte nicht wieso. Zeder Ulensch hat die Ausgabe seine Zeit nützlich zu verwenden; auch Du wirst wohl die deinige nicht ganz unbenutzt lassen." „Das ist wahr," sprach der mit Zuda benannte junge wann, dem es bereits leid that, in so abfälliger weise von dem Handwerk gesprochen zu haben. „Zch wollte blos sagen, daß der Handwerker mehr als jeder andere von der Zeit abhängig ist und sich nur selten eine freie Stunde vergön.nen darf." „Und doch, ich liebe, nach den Worten meines Lehrers, mein Handwerk und würde es mit keinem andern Beruf vertauschen." — „Zch glaube es gern, mein Zunge, indes komm, ich will Dich in das

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