Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 8 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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126 Als auch der Drechsler diesen sonderbaren Vorfall vernahm und die Fremden bei ihrer AVeigerung, etwas von den Kostbarkeiten anzunehmen, verharrten, beriet er sich mit seiner Frau, und sie beschlossen, einen schönen Kuchen zu backen, ihn mit allerlei Gewürz, aber auch, ohne dass es jemand wusste, mit 400 Gold-Gulden zu füllen, und ihn den Armen mit auf den AVeg zu geben. Als nun diese von den freundlichen Leuten herzlichen Abschied nahmen, wollte ihnen der Drechsler eine grosse Summe Geldes geben; sie aber nahmen sie nicht an. Endlich erklärten sie sich auf die eindringlichen Bitten der Frau bereit, den Kuchen mitzunehmen. DankerfülltenHerzens setzten sie nun ihren AVeg fort. Sie kamen in eine Stadt, an deren Thoren sie dem Zöllner den Zoll entrichten sollten. Da sie aber kein Geld hatten, baten sie den Zöllner, den Kuchen anstatt des Zollgeldes zu nehmen. Diesem war das Angebot recht erwünscht; denn eben dachteer darüber nach, was er wohl dem Sohne des Drechslers zu seiner Hochzeit schenken könne. „Ei, das trifft sich gut,“ dachte er bei sich, „ich werde ihm den Kuchen schenken.,c Er war also einverstanden, nahm den Kuchen und brachte ihn dann dem Drechsler. Kaum s ih dieser den Kuchen, als er ihn wieder erkannte, und er sprach zu seinem AVeibe: „AVahrlieh, Gott hat mir das Silber und das Gold bestimmt. AVer es nicht haben soll, bei dem bleibt es auch nicht.“ In noch reicherem Masse als bisher nahmen sich jetzt der Drechsler und seine Frau der Armen und Bedrängten an. Jeder Dürftige fand freundliche Aufnahme, Trost und Unterstützung in diesem Hause. Doch jene Leute, von denen ihr Vermögen ausgegangen, sahen sie niemals wieder. G. C.-Berlin. Spiels im Freien. i. per pcßeltemrtamT. Der jDlatz zu diesem Spiel wird genau abgegrenzt, z. B. durch Einritzen in den Boden oder dergl. Ein Spieler, welcher etwa durch Auszählen bestimmt wird, erhält ein Glöckchen, (Schelle, Bolle) um den b)als gehängt; die übrigen stellen sich in einem großen Kreise auf und verbinden sich die Augen. Der Schellenmann stellt sich vorläufig in den Kreis, und ihm bleiben die Augen unverbunden. Ist alles fertig, so beginnt der Schellenmann zu klingeln, und die andern suchen ihn nun zu fangen, während er durch allerhand Seilen und G)uersprünge auszuweichen bemüht ist. IDer ihn fängt wird im nächsten Spiele Schellenmann. Der Schellenmann darf seine Klingel niemals festhalten, sondern muß im Gegenteil durch fortgesetztes Klingeln die Spieler unausgesetzt zum Langen anreizen.