Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 8 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9620171-9622086-9622236--1019-9622244- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
118 Ein heftiger Faustschlag ins Gesicht lohnte seine Vermessenheit, mit war das Zeichen zum Kampfe gegeben. Indem Rkarius den Schlag erwiderte, inachte sich Brutus daran, die Kapsel mit Gewalt an sich zu bringen. Aber im nächsten Augenblick sprang ihm Simon leicht und behend auf den Rücken und umscküaiig ihn mit beiden Annen, so daß er das Gleichgewicht verlor und rücklings zu Boden siel, Simon mit sich niederreißend. Im heftigen Ringen wälzten sich nun beide im staube der Bandstraße. Es stellte sich hier im kleinen der Kampf zwischen Rom und Judäa dar, wie er später so blutig im großen geführt wurde. Bur mit Aufgebot aller Kräfte war es Iosua bis jetzt gelungen, INarius von sich abzuwehren, so oft dieser auf ihn eindrang. Zeine Kleider wurden dabei zerrissen, sein Gesicht zeigte blutige Streifen; aber die Kapsel ließ er sich nicht nehmen. Auch Simon setzte seinem Gegner mehr zu, als dieser von dem schwächlichen Jungen erwartet hätte. Aber die noch so mutig uud geschickt ausgeführte Gegenwehr hätte doch den jüdischen Knaben nichts genützt, und sie wären unterlegen, wenn nicht der Zufall zwei Blaultiertreiber herbeigeführt hätte, die Zeugen dieses kriegerischen Schauspieles wurden. Im nächsten Augenblicke schon rief da einer von ihnen: ,,Ei, was sehe ich, das ist ja Simon, der Sohn des verehrten Rabbi hillel, der gewiß keiner Fliege etwas zu leide thut — und diesen wollt Ihr vermaledeiten Burschen nicht ruhig seines Iveges ziehen lasten?! Lastet auf, daß ich Euch nicht den Schädel einschlage und aus Euch einen Kaufen Knochen mache!" Und schon eilte er mit erhobenem Treibstock auf die frechen Burschen zu, die sich durch schleunige Flucht in Sicherheit zu bringen suchten, während Simon und Iosua nach einem kurzen Gespräch mit den Ulännern den Heimweg antraten. Im Hause Thamas angelangt, begegnete ihnen Thanna, die Amtier Iosuas, zuerst. Beim Anblick ihres Kindes, dessen Gesicht und Kleidnng deutliche Spuren des Kampfes trugen, erschrak die Frau heftig. Iosua beruhigte sie jedoch und sprach: „Erschrick nicht, liebe Ulutter, wir halten auf dem Heimwege mit zwei römischen Buben einen kleinen Strauß auszufechten." „Ihr"? fragte Thanna erstaunt. „Ja wir," sprach Simon und warf sich in die Brust. „Doch saget weiter . . " „Ich erzähle Dir, Alutter, später ausführlich davon. vorerst müssen wir aber zum Vater gehen, wir haben ihm etwas zu zeigen."