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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 7 (1898) · p. Seite 98

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
7 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 98 (sequence 4)
Language
German
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98 <3um j?eßachfest. Das Fest, das wir uns anschicken Zu feiern, hat verschiedene Rainen. Am häufigsten heißt es das Peßachfest. petzach heißt Zu deutsch: Überschreitung. Als nämlich Aloses dem Pharao den göttlichen Befehl überbrachte, das geknechtete Volk der Israeliten Zu entlaffen, da weigerte sich der hartherzige König. Deshalb wurde er von schweren Plagen heimgesucht, deren Zehnte und schrecklichste darin bestand, daß in jedem Pause, vom palaste des Königs bis herab Zur Putte des Sklaven der Erstgeborene starb. Da erhob sich ein gewaltiges wehklagen im ganzen Dande, denn die Ägypter fürchteten, das Sterben möchte noch weiter um sich greifen, und nun wurden die fjsraeliten gedrängt, nur recht schnell aus dem Danöe Zu Ziehen, während aber in jedem ägyptischen Pause ein Fan ilienmitglied gestorben war, hatte Gott die päuser der fjsraeliten überschritten, d. h. verschont; daher der Rame Petzach- oder Überschreitungsfest. Das peßachfest wird ferner cliag hammazzos, „Fest der ungesäuerten Brote" genannt. Das komiut daher, weil die Israeliten so eilig aus Ägypten Ziehen mußten, daß sie keine Zeit mehr hatten, den Geig säuern zu lassen. „Da nahm das Volk seinen Teig. bevor er noch gesäuert war, und trug seine Backtröge, in Tücher eingebunden, auf den Schultern, und Zog hinweg. And sie backten den Teig, den sie aus Ägypten Mitnahmen, Zn ungesäuerten Kuchen; denn er war nicht gesäuert, weil sie weggetrieben wurden aus Ägypten und nicht verweilen konnten; auch hatten sie sich keine sonstige Zehrung bereitet (2. Buch Mos. 15,39-)- Tndlich heißt es auch von ihm »'man ellerusskmu, „die Zeit unserer Befreiung." während also die genannten zwei Rainen das Geschehene, also die Veranlassung angeben, soll die dritte Benennung an die Pflicht der Dankbarkeit mahnen. Denn erst durch die Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft wurde es den Israeliten möglich, die Gesetzgebung am Sinai zu empfangen, ein Volk Gottes zu werden und einen eigenen Staat zu bilden. Daher werden alle Feste, welche Bedeutung sie auch sonst haben mögen, immer Zugleich als Erinnerung an den Auszug aus Ägypten gefeiert; selbst der Sabbat soll daran erinnern, denn auch dieser konnte nur erst nach erlangter Freiheit gefeiert werden. Darum heißt es in den Sabbat-, wie in allen FestgebetenI seelisr lizias mizrojim, „Zum Andenken an den Auszug ans Ägypten." Die Feier des petzach bestand in der Enthaltung von jeglicher werktagsarbeit, dem Peßachopfer und der Darbringung der Erstlingsgarbe von der eben reif gewordenen Gerste. Zu dieser Feier hatten sich alle erwachsenen Männer Israels in Jerusalem einzufinöen. Rach der Zerstörung des zweiten Tempels hatte wohl das Opfern und das Darbringen der Erstlingsgarbe ein Ende, aber nicht die Feier des Peßach überhaupt, denn diese ist für ewige

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