Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 4 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 57 — Mitmenschen in erster Reihe seiner Glaubensgenossen, nachzudenken; hatte er solche gefunden, Abhülfe geschafft, so galt sein Dank hierfür demjenigen, den er von Jugend auf gläubig verehrte. Im Jahre 1885 starb dieser Wohlthäter der Menschheit. Gross war die Trauer bei allen, die ihn gekannt; grösser bei seinen Glaubensgenossen, am grössten bei denen, welchen er Anwalt und Fürsprecher, llülfespender und Retter gewesen. — — Es kann nicht jeder ein Moses Montefiore sein. Dazu gehören Herz und Mut. Auch sind nur wenige so mit Glücksgütern gesegnet, wie er es war. Wie aber unseren Vorfahren, wenn sie zu den drei Wallfahrtsfesten nach Jerusalem zogen, wie den Israeliten dann geboten war, „nicht leer vor dem Angesichte des Ewigen zu erscheinen,“ sondern dass „jeglicher nach dem, was seine Hand geben kann, nach dem Segen des Ewigen“, spenden sollte, so können und sollen auch wir nach unserer Vermögenslage Not und Kummer unserer Mitmenschen lindern. Das könnt auch Ihr. Thuet es recht oft! Dann wird das Andenken dieses Gerechten und Edlen auch an Euch zum Segen sich erweisen. Esther. Ein Festspiel für die reifere Jugend (Schluss.) Von R. Glücksmann. In 1 Vorspiel und 1 Akt (3 Scenen). Findig (mit einer Aktenmappe in der Hand, Richtermappe, blaue Brille, sonst griechisches Gewand.) Windig (ebenfalls griechisches Gewand, Seitengewehr und Reiterstiefeln.) Findig: Ja, Freund, heut muss der Würfel fallen: Er stirbt entweder, oder wir vergehn. Sie lassen ein paar Flintenschüsse knallen, Das andre kommt von selbst; Sie werdens sehn. Windig: Aeh, Kamerad, mir wird recht schlecht zu Mut, So kiaotschauerlich — die Sache ist nicht gut: Ja wär’s der König nicht,— das ist mir doch zu bunt, Und so ein Leben lassen ist aucht nicht gesund. Findig: Wie nicht gesund? Gesund ist’s für den Staat, Und darum, lieber Windig, ist mein Rat,