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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 1 (1898) · p. Seite 2

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
1 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 2 (sequence 9)
Language
German
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2 - -- ZS würdigen (Dheim deshalb um Entschuldigung bittet, oder daß er seine Wirten ernstlich ermahnt, mit Abrahams knechten Frieden Zu halten und jedenfalls nachgiebig Zn sein, anch wenn sie im Recht wären — nichts von alledem geschieht. And so macht denn Abraham, der als ein wahrhaft frommer Mann auch ein friedliebender Mann ist, den Anfang. „Latz doch," sagt er Zu Lot, „nicht Streit sein Zwischen mir und dir, und zwischen meinen und deinen Hirten, denn wir sind ja Brüder!" (I. B. Mos. 15,S.) Brüder waren sie gerade nicht, denn nur Lots Vater war Abrahams Bruder gewesen; aber Abraham wollte damit sagen, datz unter Personen, die so nahe verwandt sind, kein Streit sein darf, Um wieviel mehr müht ihr also verträglich sein nnü Frieden halten mit denen, die wirlich enre Geschwister sind! sihr dürft also, auch wenn ihr im Rechte wäret, nicht vergessen Frieden Zu halten, sin den Sprüchen Salomos (14,29) heißt es: „wo viel Geduld, ist viel verstand;" das heißt mit andern Worten: „Der Klügere giebt nach." Rur ein Thor oder ein Bösewicht hat Gefallen am Unfrieden, ein wahrhaft fommer und verständiger Mensch trachtet immer danach, den Frieden Zu erhalteru Friede! Friede! Vas fordert unsere Religion immer wieder. Um Frieden bitten wir Gott in unseren täglichen Gebeten: „Ausseh scholaum bimraumow, hu jaasseh scholaum olenu, der Frieden schasst in seinen Himmelshöhen, er schaffe Frieden anch bei uns!" „Scholaum alechem, Friede mit ench!" das war der Gruß unserer Vorfahren. Aber wir müssen vor allem selbst danach trachten und uns selbst auch bemühen, Frieden Zu haben. Doch ich habe schon im vorigen siahre (auf S. 195) einmal von der Friedfertigkeit gesprochen nnd will hier nicht auch das wiederholen, was ich dort gesagt habe; ich bitte euch also es nachZulesen. Heute wollte ich nur darau mahnen, daß, wenn wir gegen alle Menschen friedlich nnd versöhnlich sein sollen, wir es gegen unsre Geschwister und verwandte erst recht sein müssen. „Siehe," heißt es im Psalm 155, „wie schön und lieblich ist es» wenn Brüder einträchtig beisammen wohnen! .... Denn dort hat der Herr den Segen bestellt, Leben für alle Zeit." Und Sirach, dessen weisheitssprüche die alten Gelehrten anführen, als ständen sie in der Bibel, sagt in seinem Buche: „An drei Dingen habe ich Wohlgefallen, und die sind angenehm vor Gott und den Menschen: Eintracht der Brüder, Freundschaft unter verwandten und Verträglichkeit Zwischen wann und Weib." Merkt ench diese schönen Sätze, lernet sie answendig und beherziget sie allezeit!

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