Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 24 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 370 (sequence 2)
- Language
- German
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370 Mattatbias, der Vater der ^lakkabäer. Die ^juden hatten sich seit der Eroberung Jerusalems durch RebnkadneZar im ^jahre 536 sowohl unter den babylonischen, wie auch unter den persischen einer wohlwollenden Behandlung Zn erfreuen gehabt. Diese dauerte auch fort, als Alexander der Große im 5- 552 Palästina eroberte. Als nach seinem Code seine Feldherren sich in sein Reich teilten, kamen die 5"den unter die griechisch-ägyptische Herrschaft der Ptolemäer und dann unter die griechisch-syrische (int J. 205). Einer dieser S^rerkönige war Antiochus VI. Lpiphanes, nnd er regierte von 175—165. Er hatte, wie alle griechisch-mazedonischen Könige, die Absicht, griechische Bildung und griechisches Wesen in den von ihm beherrschten Ländern einZuführen. Aber bei den ^uden stieß er auf größeren widerstand, als er geglaubt hatte. Wohl fanden sich viele, welche sich von dem väterlichen Glauben ab- und dem Leben nach griechischer weise Znwanöten; andere wieder blieben dem ^udentume treu, aber sie hatten nicht Mut und Kraft genug, sich Zu wehren; noch andere endlich wollten nicht nur ihrem angestammten Glauben treu bleiben, sondern auch die Heiden aus dem Lande jagen. Zn diesen gehörte der Priester Mattathias und seine Söhne, freilich hatte der grausame Antiochns es nachgerade Zu arg getrieben. Dieser geldgierige König verkaufte nämlich die höchsten Ämter, selbst die würde des Hohenpriesters, an diejenigen, die ihm das meiste dafür zahlten, wodurch er sich namentlich bei den strenggläubigen Inden verhaßt machte. Dazu kain dann seine unmenschliche Grausamkeit. Als während seines Aufenthaltes in Ägypten unter den jüdischen Parteien in ^Malern ein Kampf ausgebrochen war, meinte der König, sie wollten von ihin abfallen, Zog „mit wuterfüllter Seele" nach Jerusalem, nahm es ein, und richtete unter den Juden ein entsetzliches Blutbad an; dann beraubte er den Eempel und lieh Aufseher Zurück, die das Volk mißhandelten. Zwei 5"h^ später plünderte er den Eempel noch einmal, indem er die Schatzkammer leerte, die kostbaren Eempelgeräte raubte und selbst die Vorhänge nahm, die ans BMus und Scharlach verfertigt waren. Zudem plünderte er die Stadt, tötete viele 5"den und verkaufte andere, namentlich Frauen und Kinder, in die Sklaverei. Ferner ließ er die schönsten Gebäude verbrennen und die Mauern 3erufaleni5 niederreißen. Die Burg aber, die sogenannte „Stadt Davids," lieh er mit einer starken Mauer und sieben Türmen befestigen und legte eine syrische Besatzung hinein. Dann verbot er die täglichen (Opfer, ließ auf dem Brandopferaltar des Tempels zu Jerusalem einen Altar dem Zeus errichten und schlachtete Schweine auf demselben. Dazu Zwang er die Men, den Dienst ihres Gottes Zu verlassen und seine eigenen Götzen Zu verehren, in jeder Stadt und jedem Dorfe Haine und Altäre für diese anZulegen und Tag für Tag