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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 23 (1897) · p. Seite 354

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
23 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 354 (sequence 2)
Language
German
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354 fremden Frau zngeschaut; nachdem diese die Droschke bezahlt, hilft sie ihr die Zchätze die schmale, matt erleuchtete Treppe hinauftragen und denkt: „Das ist wohl wirklich so eine schöne, gute Frau, wie sie in den Märchen vorkommt, die uns die Mutter oder die Lehrerin manchmal erzählt." In freudiger Erregung ruft sie, noch ehe sie die Thür erreicht: . „Mutter, liebe Mutter, komme -och der freundlichen Da,ne schnell entgegen!" Die Frau Professor klopft leise an die erste Thür, und auf ein vernehmliches „herein!" betreten beide den Vorraun,, der als Aüche zu dienen scheint." „Ich bin Frau Professor Rosendorff; die gütige Vorsehung ließ mich Manschen begegnen, und ich habe mir erlaubt, sie Ihnen zurnckznbringen," sagte sie sanft. Sie hatte nnt einem einzigen Blicke, während sie sich der packete und Flaschen entledigte, das große Zinn,,er überschaut; es trägt die Spuren einstiger besserer Tage, ännlich, doch von peinlichster Sauberkeit ist alles, besonders das Bett des kranken Mannes. Mir ein lichtes Trauinbild erschien die holde schlanke Frau in dem ärmlichen Raume; das weiche liebliche Antlitz nnt der goldenen haarflut neigte sich über den kranken Mann und flüsterte ihn, mit melodischer Stinnne die tröstliche Verheißung zu: „Mein Mann ist ein berühinter Arzt, er ist verreist, inorgen kehrt er zurück, dann eilt er zu Ihnen und gewiß, er bringt Ihnen unter Gottes Beistand Genesung." An den abgezehrten Händen, den eingefallenen Mangen nnt der hektischen Röte, der schwer atinenden Brust und den fieberglänzenden Augen sah sie nnt durch Erfahrung geschärftem Blick, daß ihres Braunes Hilfe leider zu spät kommen werde. „Gnädigste Frau, nur ist nicht inehr zu Helsen," gab er matt zurück, „aber Gott sei gepriesen," fuhr er nach kurzer Pause nnt hohler Stinnne fort, „der einen lichten Engel der Barmherzigkeit zu uns gesandt. Frau Aroneck hatte sich albnählich von ihrem Staunen erholt, die Ainder blickten wie verzückt, geblendet auf die edle, hoheitsvolle Erscheinung, die sich ihnen als ein irdisches Menschenkind zeigte, inden, sie Hut und Alante! auf den nächsten Stuhl legte, Messer und Aorkenzieher forderte und sanft sagte: „Gute Frau Aroneck, die Ainder werden hungrig sein, bereiten sie schnell Thee, ich helfe Ihnen." Sie brachte zuerst den, Aranken ein erfrischendes Glas Mein, dieser wähnte, Feenhände reichten ihm den belebenden Trank und flüsterte: „Möge der Herr Ihnen Ihren Edelmut lohnen!" Sie schnitt hierauf Brotschnitten, strich dieselben mit Butter und reichte sie den hungrigen Aindern. Oie Mutter hatte mittlerweile in der Aüche

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