Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 22 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 346 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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346 Bedenkt, mir riß vom Wutterherzen Thanukah den geliebten Sohn. Zu streiten in den deutschen Heeren, Fürs Vaterland zog er hinaus; Er focht, errang den Schmuck der Ehren, Doch niminermehr dem Vaterhaus. 2. Scene. (Piittmann: sich erhebend zu Frau 23.) $rau Berg! Wir achten ihre Trauer, Zhr Sohn, er war mein bester freund, Kein and'rer kannte ihn genauer, Gleich Brüdern lebten wir vereint. Wir waren treue Aameraden Zn Freudentagen, Leidensnacht, Auf Bergeshöh'n, an Seegestaden, Zm Frieden, aus des Arieges Wacht. Wohl war verschieden unser Glauben, Doch gleich die Achtung, das Vertraun. Das ließen wir durch nichts uns rauben, Zu reichen gern uns überm Zaun Die Freundschaftshand, bis zu der Stunde, Da er, zu kühn im Wagemut, Uns allen schlug die schwerste Wunde, Zu zahlen mit dem eig'nen Blut, Die Schuld, daß sicher zu erkunden Des Feindes Pläne er allein, Sich wagte fort aus uns'rer Bunde; Warum nicht dürft' ich bei ihm sein? Er ging hinweg, er blieb verschwunden. Er wurde niemals mehr geseh'n. Doch ward kein Zeichen je gefunden Für das, was mit ihm war gescheh'n. Das ist's, was tief uns niederbeuget, Doch auch, was Tröstung uns gewährt. Laut sag' ichs: ich bin überzeuget, Das noch zurück er einstens kehrt. Frau Berg: Laß ab, o Teurer, der gewesen, Du meines Aindes bester freund. Wohl kann ichs von der Stirn Dir lesen