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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 22 (1897) · p. Seite 337

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
22 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 337 (sequence 1)
Language
German
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T^in Minter. wohl mir bei dieser rauhen c^eit! Ich kann vor Frost nicht beben; Mich schützt mein Dach, Mich wärmt mein Kleid, Und Brod erhält mein Leben. Aus meinem Bette schlaf ich ein Und Kann mich sanfter Ruhe freu'n. Dies Glück besitzt der Arme nicht, Dem Brod und Uleidung fehlen. Er, dem das Nötige gebricht, Den Frost und Dünger quälen, Fühlt dreifach schwer des Mangels Pein Und kann sich davon nicht befrei'n.! Nicht hart, nicht fühllos fci mein! Derz, I Nein! liebreich will ich eilen,! In feinem Jammer, keinem Schmerz Mein Brod mit ihm zu teilen, wer feiner Brüder Not vergißt,! verdient nicht, daß er glücklich ist. I Sieh' nicht auf das, was dir noch Und mancher mehr besitzet, jfehlt Nein, auf die Not, die andre quält, : Auf Gott, der dich beschützet. Ach lind're, Vater, aller Schmerz! , Doch mir gieb ein zufriednes Derz! S. Lewin-Schönfee. „Zedokoh“ und „Gemilus chessed.“ Rach Dr. H. Baar. Liebe Binder! Die beiden hebräischen Ausdrücke „Zedokoh" und „Oemilus chessed" bedeuten etwa „Barmherzige Liebe". Jedoch darf nicht der eine für den andern gebraucht werden, da sie verschiedene Seiten und Änhernngen edler Barmherzigkeit bezeichnen. „Zedokoh", von denk hebräischen Worte „Zedek" will sagen, daß wir einen unseren Dermogensverhältnissen entsprechenden Teil unseres Besitzes an Arme und mildthätige Stiftungen abgeben. Wir nennen daher denjenig.n einen „Baal Zedokoh" (einen wohlthätigen Rlenschen), der immer niit willigein Herzen zmn Geben bereit ist, und nicht nur Arme und Dürftige, Witwen und Waisen mit seinen Gaben erfreut, sondern auch jener barmherzigen Stiftungen, die so viel Gutes auf Erden thnn, gedenkt. Jene hochherzigen Vermächtnisse für Institute, die die Rainen großmütiger Geber unsterblich machen, sind Werke der Zedokoh. „Zedokoh errettet uns vom Tode", so lautet ein alter jüdischer Ansspruch, der uns rät, gute Werke und edle Thaten Zn hinterlassen, wenn wir nicht wollen, daß unser Raine für inuner vergesseil oder begraben bleibe.

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