Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 21 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 335 — beschäftigen oder für ein bestimmtes Fach besondere Neigung verspüren. Darum erschien uns die Beantwortung der Fragen: 1. Was ich werden möchte, 2. warum ich dies werden möchte, 3. wie ich das zu erreichen gedenke, für Schulkinder nicht zu schwierig, und dies doch um so weniger, als es jedem Kinde überlassen blieb, in der seiner Fähigkeit entsprechenden Weise diese Fragen zu beantworten. Wir kommen jetzt zu dem Ergebnis der Prüfung. Von den eingesandten 37 Arbeiten mussten von vornherein 9 ausgeschieden werden, weil sie den von uns festgesetzten Bestimmungen nicht entsprachen. Von den übrigen 28 Arbeiten haben wir unserer Ankündigung gemäss 5. prämiiert, und zwar die Arbeiten von: 1. Selmar Mansbacher in Berlin, 2. Benno Gottschalk in Berlin, 3. Amalie Ruhstadt in Soest. 4. Siegmund Posner in Kippenheim, 5. Schule zu Westercappeln. Von den noch am Wettbewerb Beteiligten erhalten eine lobende Anerkennung: Gustav Cohn, Berlin. Edgar Sachs, Berlin. Alice Mann, Stettin. Erwin Becker, Wollstein. Heinrich Hepner, Schöneberg. Robert Guttmann, Hamburg. Nathan Marquer, Lissa. Julius Kann, Lissa. Frida Mannheimer, Kippenheim und Fritz Löser, Berlin. Unter den Bewerbern befinden sich sowohl Gymnasiasten (sogar Sekundaner), als auch Schüler der Volksschule und Mädchen der höheren Pächter schule. Alle Berufszweige haben unter den Einsendern ihre Anhänger: 8 Bewerber möchten studieren (1 Jura, 2 Medizin, 3 Theologie, 1 Technik, 1 Chemie), 1 will Kaufmann werden, 3 haben für ein Handwerk Neigung (Schneider, Kunstschlosser, Klempner). Einige Mädchen wollen Schneiderinnen, andere wieder Lehrerinnen, Buchhalterinnen und Verkäuferinnen, und ein 11-jähriges Mädchen will — eine tüchtige II a u sfrau werden. Einige Arbeiten sind geradezu musterhaft; was uns aber mit besonderer Freude erfüllt und uns die Arbeit der Prüfung angenehm macht, das ist der angemessene Ton, der die meisten Arbeiten auszeichnet. Fast alle Bewerber wollen durch andauernden Fleiss und redliche Arbeit und im Vertrauen auf Gottes Hilfe das ihnen vorschwebende Ziel erreichen. Dankbarkeit gegen Eltern und Lehrer und der feste Vorsatz, durch gutes Verhalten und gewissenhafte Ausübung des erwählten Berufes den Eltern eine Freude zu bereiten und ihnen im Alter eine Stütze zu sein, kommt besonders in den umfangreichen Ausführungen in wohlthuender Weise zum Ausdruck. r.?