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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 17 (1897) · p. Seite 269

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
17 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 269 (sequence 13)
Language
German
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269- Schöpfer führt, und eine fünfte Person nimmt als Aufseher endlich auch noch Platz im Fahrzeuge. Hat man eine Strecke von einigen dreißig Meten: zurückgelegt, so wird Halt gemacht und die nötige Anordnung getroffen, so daß man in der Ferne eine vor den: Hafen in Schlachtreihe stehende Flottille zu sehen wähnt, während nun die Ruderer sich ruhig verhalten, spähen die mit Haken versehenen Arbeiter auf dem Boden umher nach größeren Steinen, die sie mit den: Haken fassen und umwälzen, während der andere Arbeiter mit seinem ebenfalls hinabgesenkten Drahtschöpfer über die vom Steine verlassene Stelle streift, um das dort Befindliche aufzuschöpfen. Selten wird ein Zug ganz umsonst gethan. Das Fischen des Bernsteins endlich wird auf folgende Art vollzogen. Die See wirft schon bei mäßiger Wellenbewegung mit dem Sande und den Meerespflanzen auch Bernstein aus, letzteren freilich aber so spärlich, daß man ihn sehr suchen muß, und in so kleinen Stücken, daß ein eigentlicher Gewinn daraus nicht zu ziehen wäre. Der eigentliche Gewinn steht in Aussicht, wenn der der Uferrichtung günstige wind herrschend und die See bewegter ist. Unter solchen Unfftänden trage i dann die wogen ganze Massen von Seepflanzen herbei und lagern dieselben in bedeutend ausgedehnten Aufschichtungen am User ab, andere räumen das Abgelagerte fort und nehmen es mit sich, damit wieder andere es zurückerstatten. Für den Botaniker ist gerade diese Erscheinung eine höchst günstige, da er mit Leichtigkeit gute Exemplare der verschiedensten Gattungen in frischem, gutem Zustande für sein Herbarium, heimbringen kann. Bei seinen Untersuchungen aber überzeugt er sich auch wie von Pflanzen mnhüllt der Bernstein heraufgetragm worden, und zwar in Stücken, die bei ruhigem Wasser vermöge ihrer Schwere zu Boden gesunken wären, ehe sie das Ufer erreicht hätten. Daher finden sich unter solchen Umständen auch die Bewohner der Strandbezirke am Ufer ein und zwar mit dem nötigen Werkzeuge, dem Kescher, einem kleinen Fischernetz an einer langen Stange. Indem sie diesen Kescher der anstürmenden woge entgegen hält, fällt das, was sie an der Stelle bringt, nicht in die Brandung, von der es wieder ins Meer zurückgezogen würde, sondern in das Netz, mit dem sie es auf eine trockene Userstelle bringen, so daß sie es hier gesichert ausschütten können, während nun die Männer dieses Geschäft des sogenannten Fischens fortsetzen, sind die Frauen und Kinder bemüht, die pflanznmasse in kleinen Mengen und' an sicherer Stelle zu durchsuchen und den darin enthaltenen Bernstein hervorzuholen.

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