Mannheim
Compact Memory

Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 13 (1897) · p. Seite 193

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
13 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 193 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/9620171-9626621-9621876--0645-9621877
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Zunge. verachte böse Zung' und wer sie brauchet, Sie ilt gemietet Muer, scharfes schwort, van schmusi'ger Rede magst du dich entfernen: Stumps ist die iüimj’, wenn Reinheit fie entbehrt. Verleumdung iib' und dulde nimmer, weil sie von Zank und streite nur sich nährt. wenn dir der Freund vertrauet sein Geheimnis, Sei ihm dein dcrz als, Grabgewölb' gewährt. Auch dein Geheimnis halte wohl gefangen, Der Lippen Thnre fciRhm stets verwehrt; Denn loset dein Gefangener feine Festel, so hat er zum Gefang'nen — dich verkehrt. 4 2N. Ftciiischneidev. _ \ \ Kommt Kinder, hört mir zu! p, 54,12. von Dr. B. Rnttner tu Frankfurt a. 2\l. XXVI. (Bin Grnndgebot der jüdischen Religion steht tut 3. R. Al. 19,18 11116 lautet: „Liebe deinen Rächsten wie dich selbst!" (Bs ist über dieses Gebot ausführlich gesprochen worden im vorigen stahre (8. 102 und 118), 11116 ich bitte euch, das heute noch einmal önichZnlesen, nachdem ihr ein ^ahr älter und verständiger geworden seid. wenn wir dieses Gebot der Rächsten liebe erfüllen wollen, so müssen wir vor allen Dingen friedlich und versöhnlich sein, wie kann man auch sagen; „stch liebe meinen Alitmenschen," wenn man nicht einmal Frieden mit ihm hält, wenn man Streit und Zank mit ihm hat, oder in Feindschaft mit ihm lebt oder gar ihn haßt? Rein, vor allem sollen wir, soviel es an uns liegt, mit allen Leuten jriedenchaben. „Suche den Frieden und strebe ihm nach!" heißt es P). 34,15. Aiede ist das Höchste, was wir auf Erden erstreben sollen; um Frieden bitten wir Gott täglich im Gebete (Xusseli «cholaiim bimrauinow!). wer friedlich ist, nimmt nicht gleich etwas übel, antwortet nicht gleich grob und beleidigend, sondern beherrscht sich s-elbst und seine Zunge; das erfordert die Religion, das erfordert der Anstand, das erfordert die Klugheit. „Sanfte Antwort beschwichtigt den Grimm, kränkendes Wort facht Zorn an" Israel. Jugendfreund.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.