Mannheim
Compact Memory

Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 12 (1897) · p. Seite 177

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
12 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 177 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9620171-9626621-9621859--0628-9621860
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

An die Leser! Mit diesem Hefte beschlossen wir das zweite Quartal des dritten Jahrganges. Viele von Euch, liebe Kinder, haben in anerkennenswerter Weise sich für unser Blatt interessiert; sie haben es nicht nur mit Aufmerksamkeit und Eifer gelesen und sind mit Fragen über Unverstandenes an uns herangetreten — wir haben stets mit Freuden geantwortet — sondern sie haben es sich auch angelegen sein lassen, die Zahl der Leser zu vermehren. Andere haben versprochen, in den Ferien uns neue Freunde werben zu wollen. Nun, ehe das nächste Heft in Eure Hände gelangt, haben die Sommerferien bereits begonnen. Seid während derselben um Eure Erholung bedacht, vergesst aber Eure Zeitung nicht, sondern denket daran, je mehr Abonnenten sie hat, desto reichhaltiger und schöner wird sie mit der Zeit. Im nächsten Quartal bringen wir ausser anderen lehrreichen Artikeln eine längere Erzählung aus der Feder des den meisten von Euch schon bekannten Jugendschriftstellers J. Herzberg. Lasset die beigefügten Bestellzettel nicht unbenutzt! Also auf frohes Wiedersehen im nächsten (dritten) Quartal! Die Redaction d. „Israel. Jugendfreundes.“ Das Gähnen. Das Gähnen, lieber Sohn, es ist zwar unwillkürlich, Doch abgewöhnen mußt du dir's als ungebührlich. Ich habe nie gesehen, daß, wenn du auf den Zähnen D)as Gutes hast zu kau'n, dir kam dabei ein Gähnen. Auch wurde dir dadurch des Aauens Araft entrissen, Und fallen möchte dir aus offnem wund der Bissen. Beim Lernen aber ist das Gähnen gleich erweckt; Ich sehe, daß es dir nicht wie das Essen schmeckt. wenn gähnend sich der wund aufthut, schließt sich das Ghr, So daß es ungehört des Lehrers U)ort verlor. wenn gähnend sich der wund aufthut, gehn zu die Augen, Daß sie des Buches Schrift nicht aufzufassen taugen. Des Lernens Süßigkeit hast du noch nicht empfunden, Sonst wäre dir die Lust zu gähnen ganz verschwunden. Das wissen, wiss' o Sohn, ist auch ein guter Bissen, Dem Seelengaumen wird durchs Gähnen er entrissen. Drum wenn beim Lernen dir ein Gähnen kommt, so hemm' es. Entschlossen mit dem Schloß der Zähne niederklemm' es! So hat es dir vorerst den Bissen nicht genommen, Und endlich wird ihm selbst die Lust vergeh'n zu kommen. Ariedrich Aückert, (Weisheit der Brahmanen). Israel. Jugendfreund. _

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.