Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 11 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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167 Wunsches machen konnte, sowohl die Eltern, als auch Eli nahmen die Nachricht mit dankbaren: und freudigen: Herzen auf. Zwar konnte die Mutter bei dem Gedanken, sich von ihrem Kinde trennen zu müssen, eine Thräne nicht unterdrücken, allein die freudige Aussicht auf eine glückliche Zukunft Daniels drängte den schmerz zurück. Die Juden haben zu allen Zeiten das Handwerk geehrt und sich ihn:, sobald ihnen die Möglichkeit dazu nicht genonnnen war, zugewendet. Zn damaliger Zeit aber bedurfte es der besonderen landesherrlichen Genehmigung, wenn ein Zude ein Handwerk erlernen oder betreiben wollte. Und das Handwerk, zu den: sich Daniel hingezogen fühlte, stand dainals in hohen Ehren schon deshalb, weil der Goldschnüed zugleich ein Künstler war und sein mußte. Außerdem gewährte dieser Beruf große innere Befriedigung und war außerordentlich einträglich. Alles das wußte Daniel, denn er hatte es in den: Buche, das ihn: während der Krankheit aus der Stadt mitgebracht wurde, gelesen. Nun wirst du wohl begreifen, lieber Cefer, warum es für Daniel ein Glück war, Goldschmied werden zu können. _ <Schluß folgt).) Das Wochen- oder Pfingstfest. (Zu unserem Bilde.) Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen, Es grünten und blühten Feld und Wald; Auf Hügel und Höh n, in Büschen und Hecken Übten ein fröhliches Lied die neu ermunterten Vögel. Jubel in der Natur, wohin das Auge blicket, Freude im Herzen und im Hause — das ist das Gepräge des fröhlichen Pfingstfestes. Der Meister unseres Bildes führt uns in die laub- und blumengeschmückte Synagoge, wo die frommen Beter zu gemeinsamer festlicher Begehung des Wochenfestes versammelt sind. Erquickender Duft weht uns entgegen, und mit Behagen schweift das Auge in dem heiligen Raume. In der Mitte des Bildes erblicken wir den Cantor, eine stattliche, jugendfrische Erscheinung, die reich gekrönte Thora im Arm. Frömmigkeit und Freude ruht auf den Gesichtern der andächtigen Beter aller Altersstufen. Zur Rechten insbesondere sehen wir drei ganz fromme Leute, darstellend die fromme Innigkeit, die fromme Gelehrsamkeit und die fromme Einfalt. Wieviel Charakteristik liegt nicht in diesen Gestalten! Betrachtet sic nur genau! Links begrüsst uns das herzige Bild eines glückseligen Vaters, der sein Kind zum Handkuss an die Thora hinhält. Zwei Knaben, unten zur linken Seite, bilden einen schönen Gegensatz. Der eine spielt mit den Blumen an einer Festguirlande, während der andere im Betmantel seine Hände andächtig zur Thora emporstreckt.