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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 8 (1897) · p. Seite 114

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
8 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 114 (sequence 2)
Language
German
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114 licher hatte sechs Flügel; mit Zweien beöeckte er sein Angesicht, mit Zweien beöeckte er seine Füße, und mit Zweien flog er. Und einer rief dem andern Zn und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, die ganze Welt ist voll seiner Herrlichkeit. And es erbebten die Grundfesten der Schwellen vor dem Rufe, und das Hans ward voll Ranch." Der Prophet berichtet dann weiter, wie Gott ihn Zinn Propheten beruft. Sehen wir uns nun seine Worte näher an. Auch in den Psalmen (Z. B. Ps. 1 ] ,4 und 29,9) wird von dem Palaste und Throne Gottes im Himmel gesprochen; und so ist auch hier das himmlische Haus Gottes gemeint, in welchem flesaia mit seinem geistigen Auge Gott auf seinem himmlischen Throne sieht; der Saum seines Gewandes aber, die Schleppe, erfüllt den Tempel, so daß der Prophet Zum Stehen keinen Platz hat, sondern von fern, unter der Thür des Tempels, steht. Da sieht er weiter die Seraphint (Engel) Zn beiden Seiten über dem Thronenden auf Zwei Flügeln schweben, während sie mit Zwei Flügeln ihr Angesicht vor dem blendenden Glanze Gottes verhüllen, und mit Zweien ihe Füße bedecken ans Scheu und Ehrfurcht vor Gott. And unter gewaltigem Brausen vernimnit er ihren Wechselgesang! „Heilig, heilig, heilig ist Herr Zebaoth, die ganz^ Welt ist voll seiner Herrlichkeit." Schon im 3. Buch RIos. 19,1 heißt es! Der Ewige redete Zu Alose und sprach! Rede Zu der 'ganzen Gemeinde Israels und sprich Zu ihnen: Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin ich, der Ewige, euer Gott." Auch 3. B. AI. 11,43-45 und 20,26 wird den flsraeliten wiederholt eingeschärft, daß Gott heilig sei, und!mß sie gleichfalls heilig, d. h. innerlich und äußerlich, körperlich und moralisch rein sein, also keinen Schmutz auf dem Körper, keine Flecken auf der Seele, keine Sünde auf ihren! Gewissen haben sollen. Gott also ist das Dorbild der Heiligkeit, ö. h. er ist das ungetrübte Dicht, er ist rein und fleckenlos, er ist vollkoinmen. Don dieser Heiligkeit Gottes ist Jefata so durchdrungen, daß er Gott geradezu und mit Vorliebe „Kedosch jisroöl, den Heiligen Israels" nennt. Denn diese Ziemlich seltene Benennung Gottes (die auch Pf. 78,4 l und 89, l 9 steht), kommt bei stesaia 29 mal vor, so daß sie geradezu jesaianisch genannt werden kann. Gott also ist heilig — aber die Alenschen? Roch sind sie es nicht, nicht einmal die stsraeliten sind es noch, und das schmerzt den Propheten sehr, und diesen SchmerZ bringt er in gewaltigen Predigten Znm Ausdruck und verkündet die unausbleibliche Strafe für den unheiligen Lebenswandel. Aber dennoch verzagt er nicht an der Zukunft Israels. Ls wird durch die Strafgerichte Gottes geläutert und gebessert werden, und wer von diesem Strafgerichte übrig bleibt, der wird zu Gott Zurückkehren; wie er denn in dieser festen Hoffnung seinen Sohn Schear jaschub d. h. „der Rest bekehrt sich" nannte. And in Kap. 3,23 sagt er! „Heilig wird genannt, wer in Zion übrig bleibt, und wer noch in flerusalem ist."

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