Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 5 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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79 Silpa: Ach allerliebster, bester Koch, Bring’' uns davon ’ne Probe doch! — Artaxerxes: Wohl, es gescheh’! Zu unserer Küche Lobe Bring,'Kreppe, uns mal eine Probe! (Topfguckerus ab.) Susanna: Ich koste aber auch. Silpa: Ich auch, mein König! Artaxerxes: Wenn alle kosten, bleibt für mich zu wenig. Kreppe und Topfguckerus. bringen einen Teller mit Kreppeben. (Der König und Esther kosten zuerst, dann^die andern). Artaxerxes: Ach prächtig, prächtig! Esther: Delikat! (Alle finden einen Ausruf des Entzückens: Herrlich, vorzüglich u. s. \v.) Artaxerxes: (zu Topfguckerus) Du seist der erste Koch in diesem Staate! Nach dir, o Kreppe, die du es erfunden, Heiss’ Kreppchen dies Gericht für alle Stunden. Und Kreppe soll bis in die spätsten Zeiten - Zu Ehren dieses Festes ein jedes Haus bereiten. Du aber, Kreppe seist, weil ich dir dankbar bin, Wirklich geheime Oberkreppchenmacherin. Und nun Musik, spiel auf, wir woll’n zum Lob des [Ganzen Zum Schlüsse noch recht lustig eine Polka tanzen. Die Musik spielt eine Polka, der König tanzt mit Esther, 2. Schnüftelfritzus mit Silpa, 3. Topfguckerus und Kreppe, 4. der zurückgekehrte Mordechai und Susanna. Der Vorhang fällt. Ende! Lustige £cFe. (Es ist eilt alter Brauch, der noch Heute recht Häufig anzutreffen ist, daß besonders die Kinder am Purim sich maskieren, «verstellen« nennt man's in gewissen Gegenden. Der kleine sechsjährige Max sollte sich nun auch „verstellen", um selbst eine Freude zu haben und dem guten Großvater eine freudige Keberraschung zu bereiten. Also die Mutter setzte dem Kleinen einen hohen Hut aus den Kopf, in dem der kleine Kerl ganz verschunden wäre, hätte er nicht etwas abstehende Mhren, an denen der Hut einen widerstand fand, zog ihnl einen entsprechenden Kock an, band ihm eine. Maske vor das Gesicht und gab ihm ein großes Buch in die Hand. Die Maske hatte einen langen weißen Bart und war mit einer Brille versehen. Max sollte wohl einen „großen Gelehrten" vorstellen, So wird er nun zum Großvater gebracht, der in der Nachbarschaft wohnt. Der kleine „große Gelehrte" tritt nun gravitätisch ein und macht eine tiefe Verbeugung, „willkommen, heher Herr!" ruft ihm der Großvatter zu, „nehmen Sie gfl. Platz." Max setzt sich in würdevoller Haltung, klappt das Buch auf, schiebt sich die Brille zurecht und nimmt unter der Maske einen furchtbar gelehrten Gesichtsausdruck an. Gs werden nun verschiedene fragen an ihn gerichtet, die er aber nur mit Nicken und Geberden beantwortet; er spricht natürlich kein Wort, um sich nicht zu 5* /