Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 4 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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jährige Mädchen in der Pension mit unsäglich bitterem lächeln zu ihren 2Nitschülerinnen gefügt, als das Schicksal der Waise von Lowood in der Bearbeitung für die reifere weibliche Jugend das innigste Mitgefühl hervorrief. Darin lag ein Teil von Fannys Lebensgeschichte. Ihr Onkel hatte nach ihrer Litern Tode das kleine verwaiste Mädchen, seines einzigen Bruders, eines nicht unbekannt gebliebenen Malers einziges Kiu6 mit schwerem Herzen in sein 2)aus geholt. Seine Frau hatte eine fast kraiikhafte Abneigung gegen Kunst und Künstler. Sie war die Tochter eines reichen Patriziers uiid kannte und liebte nur Zahlen, und neben diesen Zahlen allerdings ihren Gatten uiid ihreii einzigen Sohn, aber mit jener eifersüchtigen Liebe, die keiner andern Person nur einen Teil von deren Liebe göilnen wollte, II116 so fürchtete Frau Salbach deii kleinen verwaisten Eindringling, uiid ehe noch das kleine Mädchen ihreii Einzug in das Haus, das ihiii ein zweites Vaterhaus hätte werden sollen, hielt, hatte die Tante schoii die zukünftige Lebensbahn der jungen Nichte bestiniiiit. Vielleicht wäre der flcincit Fanny ein, besseres Los' zuteil geworden, hätte der unerbittliche Tod sie nicht schon, nachdeiii sie erst kurze Zeit im Hause ihrer Verwandten weilte, ihres einzigen Beschützers, ihres Onkels, beraubt. Frau Salbach hatte das kleine Mädchen sich niöglichst fern gehalteii und es unkr die Obhut einer älteren Dienerin gegebeii, die sich der Waise liebevoll annahin. Aber bald iiach dem Tode ihres Gatteii übergab sie Faiiiiy einer Pensionsanstalt von altbewährtem Buse, mit der ausdrücklichen Bestimmung, sie solle dort bleiben und sich später dem Lehrsache widmen. . (Schluß folgt.) Barinizwab-Aalender für M)7.* 3» 6er „Allgemeinen Zeitung des Judentums" findet sich, wie im vorigen so auch in diesen! Jafyre eine BarmiZwah-Tabelle. Da ihr, liebe Kinder, jetzt auch eine Zeitung für euch habt, so will ich dieselbe Tabelle auch hier abdrncken lassen. (Es geschieht dies, damit ihr euren lieben Eltern die Arbeit abnehinen könnt, die ihnen das Aufsuchen eures Barmi^wahtages verursachen würde, dann aber, dainit ihr euch in der Anwendung des jüdischen Kalenders iin Vergleich mit dem bürgerlichen übet. während die gewöhnlichen Geburtstage tneisiens nach dein bürgerlichen Datum gefeiert werden, macht man bei dem dreizehnten Geburtstage der Knaben gern eine Ausnahme und bestimmt die Barmiqwahfeier nach dem jüdischen Kalender. Run kenne ich aber Kinder, denen ihr jüdisches Geburtsdatum — vielleicht ohne ihre Schuld — gar nicht bekannt ist. wen» ihr nachstehende Tabelle mit einiger Aufmerksamkeit in Augenschein nehmet, werdet ihr mit Sicherheit und Leichtigkeit das gewünschte Datum finden. * Nach dem in Nr. 1 der A..Z. d ) van Herrn l)r. m. Simon veröffentlichten Artikel.