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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 3 (1897) · p. Seite 47

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
3 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 47 (sequence 15)
Language
German
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47 Erzählungen aus dem Talmud. voll Dr. Doctor. II. Oie Gotteslehre verleiht Leben. Ls war Zur Zeit des römischen Kaisers Hadriail (117— 15S). Grenzenlos war das Elend, welches dieser grausame Herrscher über Israel brachte. Rielnand durfte bei Todesstrafe die heiligen Gebote des Glanbeils ausüben. steder Gesetzeslehrer, der in deil Lehrhäusern seinen Schülern das Gesetz erläuterte und dessen Kenntnis verbreitete, hatte die schwersten Strafen Zn erwarten. Oon Rabbi Akiba hatte man erfahren, daß er trotz alledem insgeheim feine Schüler verfamnlele und sie für die Gotteslehre begeistere und entflannne. Als ihn Pappos, ein friedfertiger Mann, warnte und ihll bat, die Zusammenkünfte eiilZustellen, weil ihll die römischen Spione sehr leicht entdecken könnten, da sprach er: „stch will Dir eine Zabel erZähleil. Lin Znchs ging einmal gemächlich am Ufer eines Zlnstes spazieren, da fiel sein Blick auf das Master, und er sah, wie die fische äligstlich in demselben umhersckwamnien. Lilig sprang er herbei und rief ihnen voll gut geheuchelter Teilnahme Zn: „sthr lieben Zische, sagt mir doch, wovor flieht ihr denn". Oa antwortetell sie: „Oie Menschen haben Retze ausgeworfen und, damit wir nicht in ihnen gefangen werden, suchen wir uns von ihnen möglichst rasch Zn entfernen." „Li", rief da der Fuchs, „ich wüßte eine viel bessere und Zuverlässigere Zuflucht für Luch, stst's Luch gefällig, so kommt doch Zn mir hinauf auf das trockene Land, da wollen wir in Zrieden mit einander wohnen, wie meille Oäter mit Euren Däfern gewohnt haben." Oie Zische aber antworteten: „wir kennen Oich, werter Znchs, vieL^Z^ als On glaubst. Man nennt Oich Zwar den „Listigeil" unter deil Tieren. Heilt hast On Oich nicht klllg, solidern geradezu dumlll gezeigt, wenn wir schoil nicht in unserem Llement, im Wasser, uns sicher fühleil vor Rachstellungen, geschweige auf dem Lande. Oas fermen wir ja gar nicht, dort können wir uns nicht bewegen, da wartet der sichere Tod unser." „Geradeso", fuhr Rabbi Akiba — fort, „ist's mst uns". Oie heilige Thora, das Gottesgesetz, ist es, was uns das Leben verleiht und was uns am Leben erhält. Rur so lange wir die Gebote halten, könneli wir von einem wirklichen, inhaltsvollen Leben sprecheil. wer seinem Gotte im Herzen treu ist, dem können selbst die ärgsten Zeinde nichts Böses thuil. Gebell wir aber das Gesetz auf, dann fehlt uns unser Glauben und unsere Hoffnung, wir habeli deil festen Halt m uns verloren und sind eine Beute der Zeinde. So lange ich darum in Zreiheit bin, werde ich unermüdlich Sorge tragen für die Oerbreitung unserer erhabenen Lehre; welln Gott in seinem weisen Ratschlüsse mir die Zreiheit rauben läßt, dann wel de ich in den 3*

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