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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 2 (1897) · p. Seite 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
2 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 25 (sequence 9)
Language
German
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25 ~1 longue, sie blätterte in Heinrich heine's „Buch der Lieder." „hast Du Dich gut unterhalten, Zrma?^ fragte ihr RIann zerstreut. „Avec ce petit juif lä? Fi donc!“ („Hut diesem kleinen Juden? Pfui doch!") antwortete sie und warf das Buch verächtlich auf den Tisch. Das Roncert des Herrn Giacomo S. war, wie es sich erwarten ließ, bis auf den letzten platz gefüllt, der Virtuose wurde mit rauschendem Beifall empfangen, und die fast fürstliche Toilette seiner jungen Frau zog alle Blicke auf sich. Tr spielte eine glänzende Phantasie über Themata aus Rceyerbee'rs Propheten. Reiner wagte laut zu ahnen, als der Rünstler im bezauberndsten Piano den Bettlergesang des armen Fides anstinnnte. — Während dies rührende Lied verschwebte und die entzückten Zuhörer da capo riefen, fuhr draußen vor der Stadt ein schlichter Leichenkarren der jüdischen Begräbnisstätte zu. Ts war auch eine Bettlerin, die man da zur Ruhe brachte: der Sabbath der geduldigen Sarah war endlich hereingebrochen, sie ging ein in die ewige Wahrheit._ Die Musik im heiligen Tempel. Der König David ist der Schöpfer der gottesdienstlichen Musik. Alle spätem Einrichtungen sind auf diese zurückzuführen. Die Leitung der gottesdienstlichen (liturgischen) Musik ruhte in seinen Händen. Das leitende Instrument der drei Sangmeister Asaf, Ilemnn und Ethan waren die statt des Taktstockes dienenden Cymbeln; den Sopran vertraten die Harfen und den Bass oder die Männerstimme die Zithern (Kinnor), welche hei Einübung der Gesangstücke durch den dazu bestellten Sangmeister gebraucht wurden. Die Musik wurde von einem Orchester ausgeführt, das die Leviten bildeten. Zur Zeit des herodischen Tempels bestand das levitische Orchester aus 2 Nablaspielern, 9 Zitherspielern und einem, der das Zolazal, die Cymbel, schlug. Ueberall, wo in einem Psalm „Sela“ steht, sollten die Instrumente einfallen, um das Gesungene zu verstärken. Das Wort kommt in den Psalmen 71 mal vor und zeigt an, dass an der Stelle, wo es steht, das Orchester einfallen oder die Begleitinstrumente aus piano in forte übergehen sollten. — Zu diesen Instrumenten, die den Grundstock und die gewöhnliche Begleitung bildeten, kam für den liturgischen Gebrauch die Flöte (chalil). Die Trompeten (chazozerah) und wahrscheinlich auch das Horn (schofar oder keren hajowel) wurden von den Priestern geblasen, die am Gesang unbeteiligt waren, und zwar gleichzeitig mit dem Gesang und der Musik der Leviten. Im zweiten Tempel war das anders: Hier wechselten die Trompetenstösse und der levitische Gesang mit seiner begleitenden Musik ab.

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