Mannheim
Compact Memory

Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 2 (1897) · p. Seite 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
2 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9620171-9626621-9621689--0461-9621693
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Jd) bin überzeugt, wenn ihr ein wenig nachdenkt, werdet ihr diese angeführten Beispiele noch önrch andere ergänzen können; darum sei es damit genug, und ich will nur noch einige daranf bezügliche Worte anführen: „wer das Kleine nicht ehrt, ist das Grosze nicht wert." „Kleines ist die wiege des Großeil." „Biele Zedern machen ein Bett." sthr wißt ja auch, wegen des fehlenden Hufnagels ging das Pferd verloren, wegen des fehlenden Dachziegels das ganze Hans. Noch eins! sthr werdet vielleicht fragen, was ist klein, und was ist groß. Das ist mitunter schwer Zu sagen, stn den Sprüchen der Väter Absch. 2 v. I findet ihr: „Sei achtsam ans das geringste Gebot wie ans das gewichtigste; denn ön kennst nicht den Hohn, der verliehen wird für die Erfüllung der Gebote." Angenommen, deine Mutter hätte außerhalb des Hauses eine Besorgung und spricht zu dir: „Bleibe im Zimmer, bis ich wiederkehre." Da denkst du in deinem Sinn, id) will meiner Mutter eine Zreude bereiten, begiebst dich, wie ön das schon öfters gethan, nach eurem angrenzenden Garten, denn es ist Frühjahr, ninunst den Spaten zur Hand und gräbst, daß dir nur so der Schweiß von der Stirne rinnt, ein Blumenbeet um. Inzwischen betritt ein Strolch die Wohnung und entwendet, da er niemand im offenen Zimmer vorfindet, des Vaters Taschenuhr und anderes noch und verschwindet damit auf Nimmerwiedersehen. Siehst du nicht ein, daß du hier mit deinem Nichtsthnn, mit deiner bloßen Anwesenheit im Zimmer sehr viel mehr eingebracht hättest als mit deiner anstrengenden Gartenarbeit. Darum, wenn man eud) gebietet, das eine zu thnn, das andere zu lasten, so fraget nicht, warum? Sondern bescheidet euch damit, daß eure Eltern und Hehrer für die eud) zuteil werdenden Ermahnungen ihre triftigen Gründe haben, und folget ihnen ohne Bedenken; denn sie meinen es gut mit euch und haben euer Bestes im Auge, wie and) ich, der id) hier die Fehler der Kleinen und auch der Großen sd)ommgslos anfgedeckt habe. Nun hütet euch vor 6eiu ersten kleinen Fehltritt, weichet nie ab vom rechten Wege; dann werdet ihr and) wahres Glück, Freude und wahre Zufriedenheit finden. Aus Guten: entwickelt std) Gutes, ans Sd)led)tem Sd)led)tes. Dort gehts meist langsam bergauf, hier aber um so sd)neller bergab. sthr wißt nun, was ihr zu wählen habt. Damit Gott befohlen!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.