Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 24 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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386 genommen un6 dafür der Raine des jüdischen Festes gesetzt. Das jüdische Fest, das der Makkabäer, das kveihefest, mutzte den Rainen hergeben; die heiduishe Anschauung vom „Reuwerden, Geborenwerden" der Ratnr wurde mit dem christlichen Glaubenssatz, dem Geborenwerden des Heilands vertauscht. Sonst aber wuröeii die heidnischen Gebräuche beibehalteu. Der immergrüne Tamienbaum wurde als Mittelpunkt des festes, als Christ bäum, ausgestellt, wie er früher als fjulbanm gedient haben mochte. Das gegenseitige beschenken blieb Sitte. So hat sich das Fest von Germanien aus durch die Christenheit verbreitet. Der Christbaum jedoch und die Siite des Beschenkeus haben heute noch kaum die Grenzen Deutschlands überschritten. Dvir Israeliten, die wir das richtige, ursprüngliche kveihefest feiern, haben dem christlichen Feste nutzer dem Ramen auch noch den, Dichterglanz geliehen, denn was sind die Dichter am Christbaume anderes als eine Rachahnilmg unserer Chanukkahlichtleiu, der Dichtlein, die so Grotzes, wahres erzählen, von Gottesfurcht, Heldentum und Barmherzigkeit! wahrlich, nicht durch Spielwerk brauchen diese Dichtlein sich einzuschmeicheln in die Herzen der fugend! vnö nun, israelische Rinder, wollt ihr statt der Dichtlein des Chanukkahfestes den Baum errichten, der nicht in Israel gewachsen ist, wollt wohl gar Chanukkah vergessen und euch au fremdem jener wärmen! wahrlich, wir brauchen uns unseres Chanukkah nicht Zu schämen. Cs ist unser schönstes Fest, das 'uns an geschichtlich beglaubigte Vorgänge erinnert. Glaubensmut, Gpferwilligkeit, alle höchsten Tugenden der fjuden finden in den Makkabäern ihre Verkörperung. Aber die Freude der Bescherung, waruiu sollen unsere Rinder diese nicht genießen? So wird wohl mancher fragen, „Freue dich mit deinen Festen," ruft uns die Schrift Zu. Aber die Freude sei eine innerliche, nicht hervorgerufen durch Puppentanö und andere Spielereien, vnd ist es uns denn nicht geboten, an unseren Festen Gaben auszuteilen, iseh k’matnas jodau, jeder nach seinen Verhältnissen? Bedarf es dazu erst des Christbaumes? Geben eure Clteru euch nicht durchs gllnze fjahr, was ihr bralichet? was soll euch also diese unjüdische Linrichtung? C. F. Zählung. Von Bernhard Traubenberg. Die Yolkszäblung, die am 1. Dezember im ganzen deutschen Reiche stattgefunden bat, giebt mir Veranlassung, auch in den Reihen unseres Stammes Musterung zu halten.