Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 24 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 385 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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385 als eine Erinnerung wunderbarer Steeie auf dein Schlachtselde anseheb sondern auch als Danf- und Freudenfest für die Rettung und Erhaltung unserer göttlichen Religion. Venn diese war in Gefahr, .§11 Grunde Zn gehen, da stnden und Heiden sich vereinigt hatten, sie Zn vernichten. Dr. K u 11 u c r. Ehanukkah unb Weihnachten. Gewöhnlich fallen diese beiden Feste in dieselbe Zeit. Da ist es mir nun im vorigem stahre gar schnurrig ergangen; das mutz ich euch, ineine rieben, doch erZählen. Einer mir befreiindeten jüdischen Familie war ich einen besuch schuldig, stch wählte hierZn die arbeitsniid geschäftslose Zeit der weihnachtsfestrtage. Vas bans und die Wohnung bannte ich schon so gut, daß ich weder die Hausnummer, iioch das-wohnnngsschild Zn leseii brauchte; ich stieg also die Zwei Treppen hinauf und schellte, worauf die Thür sofort geöffiiet wurde, durch die ich in die mir wohlbekannte Wohnung eintrat. Ach, war das aber ein schöner weihnachts- oder Ehristbanm, der mir da int hellsten SichterglanZe entgegenstrahlte, und die vielen schönen Sachen, mit denen er behängen und belagert war! Bisher hatte ich nur in christlichen Häusern dergleichen gesehen; aber in einer jüdischen Familie glaubte ich solchen vingen iiicht Zn begegiien. stch war also stutzig stehen geblieben und dachte im ersten Aligenblick, ich sei, in Ged an keil vertieft, — wahrscheinlich dachte ich an den stngendfrennd — irrtümlich in eine christliche Familie eingetreten. „Ach ich bitte tanseiidinal um Entschuldigung," brachte ich halblaut hervor, „ich habe inich wohl geirrt, ich wollte Zn meinem Freunde H." „Aber da siiid Sie ja, mein Herr," sagte laut anflachend die Frau meines Freundes, „Sie sind schon wieder einmal Zerstreut, Herr F." vnd in diesem Augenblicke kam auch wirklich Herr H. auf tilich Zu und hieß mich herzlich willkommen. Seine Frau erzählte ihm itatürlich non meiner „Zerstreutheit," und das amüsierte ihn dermatzen, datz er auch in lautes Sachen ausbrach. ckch sagte ihm mm, wodurch ich Zn meinem strrtnm verleitet wordeii niid gab meinem -Unwillen deutlichen Ausdruck, ^jch Saufe des Gesprächs, das ich mit ihm führte, machte ich die Wahrnehmung, daß er nur ans -Unkenntnis eineil Ehristbanm angeZüildet, lind nur, wie er sagte — „nm den Sandern eine Freude Zu bereiteil." was ich ihm darallf erwiderte, das will ich euch, meine lieben Sander, jetzt ntitteilen. Die alten Völker Germaniens hatten ihr winterfest, das stulfest Als nun den Gerntanen das Ehristentnm gebracht wurde, setzte man an die Stelle llild in die Zeiten der Heideilfeste sogenannte christliche Feste. So eiltstand auch das weihnachtsfest. Sein Winter- oder stnlfeste wurde selbst der Raine