Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 24 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 374 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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V — 374 — Wie und wann sollen Rinder mit Erwachsenen umgeheil? von Lehrer Becker in Wöllstein. (Schluß). wir konlinen mm zur dritten Art des Umganges der Rinder mit den Erwachsenen, dem erwünschten Umgang. Dieser wird darum von euren Eltern und Lehren: gewünscht, weil er entweder zu eurer Belehrung oder zur Bildung eurer sogenannten gesellscbaftlichen Talente, die ihr freilich erst später verwenden könnt, dienen soll. Solcben erwünschteil Unlgang pfleget ihr beim Besuche des Theaters, wifleilschaftlicher Vorträge, guter Ronzerte, beim Besuche von Umseen, lehrreichen Schaustellungen und — beim Tanzunterrichte. Soll die Teiblahme an diesen Veranstaltungen lediglich zu eurer Belehrwig dienen, dann werdeii eure Eltern und Lehrer ohnedies eine geeignete Auswahl treffen. Zhr seid doch gewiß überzeugt, daß sie das Beste und Schönste wählen werden, sie sind ja erfahren geling, sie haben ja mehr wissen und Bildung als ihr! Daruiil fügt euch willig der von ihiieil getroffenen Wahl; ihr werdet ja später, wenn eure Einsicht gewachsen und eure Elfahrung reicher geworden ist, anerkennen, wie recht eure Erzieher hatten. — Anders ist es, wenn der Umgang liiit Erwachj enen Bildung eurer gesellschaftlichen Talente dienen soll; ich denke dabei zuliächst, wie ich bereits oben bemerkt habe, an den Talizuiiterricht. Aber wenn ihr auch ab und zu wie Erwachsene von Erwachseneli hehalidelt werdet, so dürfet ihr niemals vergessen, daß ihr erst in späteren Jahren das anwenden könnt und sollt, was ihr hier gelernt habt. Lastet also ninnner die kindliche Bescheidenheit und Höflichkeit, die schönsten Zierden der Zugend, außer acht. Sie silid schöner als aller Blumenscknnuck und äußerer T«.^^, schölier als der Ruhm, ein guter Tänzer und Gesellschafter zu sein. Denn dieser Ruhm welkt wie die Blume, die euch am Abende des Festes schmückt, es ist ein Eintagsruhln, wertvoller und beständiger ist der Ruhm eines wohlerzogenen, gesitteten Rindes, er macht angenehm bei Gott und Ukenschen. — Ulebr noch als die Erwachsenen müßt ihr, meine lieben jungen Freunde, im Genüsse Umßigkeit üben. Ihr seid im werden begriffen, eure Rörper, eure Gesundheit, eure ganze körperliche und geistige Ausbildüng ist noch lange nicht vollendet, wollt ihr durch Anmäßigkeit im Genüße der Vergnügungen, durch Unmäßigkeit.im Esten und Trinken bei diesen Tanzstunden und Tanzstundenbällen, bei den geselligen Vergnügungen aller Art, eure körperliche und geistige Entwickelung stören, die Reime langwieriger und oft tötlicher Rrankheiten legen und dadurcb eure geistigen Fähigkeiten vernichten.? wißt ihr nicht, daß nach dem Worte eines alten Römers, „nur in einem gesunden R-Rper ein gesunder Geist" wohnen kann! — Und dann bedenket, welchen ''Rümmer