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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 23 (1895) · p. Seite 367

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
23 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 367 (sequence 13)
Language
German
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307 heiteres Gepräge geben. Auch für das Lhanukahfest, das ein Fest der Freude ist und als solches auch, mehr als in der That geschieht, gefeiert werden sollte, galten gewisse Gebräuche, die leider in den letzten vierzig fahren, wie so manches Gemütliche, das noch aus der Iudengaffe stammte, über Bord geworfen wurde und in Vergessenheit geriet. Bielleicht macht es euch, ihr l. j. Freunde, doch noch ein Bergnügen, statt der neuerdachten verkünstelten Spiele zwei von denen kennen zu lernen, die an den langen Lhanukah-Abenden von alt und jung in den Iudengaffen gespielt wurden. So lange die Lhanukahlichter brannten, durste keine ernste Arbeit verrichtet werden, so vertrieb man sich die Zeit, es geschah ja nur einmal des Jahres, mit Spiel. Das war zunächst das Tranderlspiel. Tranderl ist eine Art Areisel, der die Form eines IDürfels hat, dessen obere und untere Fläche in längere Zapfen ausgehen, mit denen der Tranderl gedreht wird. An den vier freien Flächen erscheinen in erhobener ^uadratschrist die Buchstaben A, <"], J, j. Das Tranderl machten sich die Anaben selbst. Sie nahmen 4 Brettchen aus Lindenholz, jedes 4 cm lang, 2 cm breit und schnitten in die Butte eines jeden einen der erwähnten Buchstabe',!. Die vier Brettchen wurden nun derartig zusannnengebunden, daß die gravierten Buchstaben nach Innen konnnen und eine quadratische Höhlung aus diese Art entstand. In die Höhlung wurde von etwa \2—(4 Bleiplomben, die auf einen! alten Löffel ge schinolzen wurden, die Bleiinasse gegossen. Aus dein nun entstandenen Blr prisina wurden mit dem Biester die beiden Zapfei! ausgeschiiitzt und das Spiel koiiiite begoiiiien werdei!. Die Hebräischei! Buchstaben haben bei dein Spiel die Ausdrücke: „Nichts, Ganz, halb, Stell ein" zu ersetzen. Jeder der Spielgesellschaft, die aus Personen in unbeschränkter Zahl bestehen kann, hat eine Nuß, (ein Zuckerplätzchen, eine Spiebnarke) zu Beginn einzusetzen. Das Tranderl wird nun von jedem Spieler gedreht. Je nachdem es den oder jenen Buchstaben beim Auffallen zeigt, erhält der Spieler Nichts, oder das Ganze, die Hälfte oder hat Eines einzusetzen. Gewinnt er Alles, nmß er den Einsatz in der Lasse lassen und alle Mitspieler n!üssen zusetzen. Das zweite ähnliche Spiel heißt „Schelle melle". Als ^Spielgerät dienen zwei Nußschalen, diese ersetzen das Tranderl. Fallen die Nußschalen mit der hohlen Seite nach oben, so bedeutet dies den Gewinn von Eins, fallen sie mit der hohlen Seite nach abwärts, „Ressel", bedeutet es für den

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