Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 23 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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358 (Lhanukkah, das Weihefest. Von Dr. W. Kuttner in Frankfurt a. ZTE. Nebukadnezar hatte 586 Jerusalem erobert, den Tempel zerstört und die Juden gefangen weggesührt. Als Lyrus Babylon eingenommen hatte, wurden die Juden persische Unterthanen. Später kamen sie unter egyptische und zuletzt unter syrische Herrschaft. So lange hatten die Juden eine erträgliche, ja freundliche Behandlung erfahren, bis Antiochus Tpiphanes den Thron bestieg ((75). Dieser verfuhr gegen die Juden mit unmenschlicher Grausamkeit. Tr fiel in Judäa ein, eroberte Jerusalem und wütete dort wie ein Raubtier. Jünglinge und Greise, Weiber und Rinder, Jungfrauen und Säuglinge wurden erbarmungslos getötet. Dann wurde das Gotteshaus entweiht und der Tempel geplündert. Uni aber das Judentum von Grund auf zu vernichten, befahl der Rönig, daß alle Bewohner seines Reiches Tin Volk fein sollten, und das niemand mehr nach seiner väterlichen Religion leben, niemand seine Rinder in der väterlichen Religion erziehen durfte, wer es dennoch that, wurde grausam getötet; andere flüchteten sich in Höhlen und sonstige Schlupfwinkel. Der Tempel wurde den: olympischen Zeus geweiht ((67). Da kamen viele gesetztreue Juden ums Leben. So der neunzigjährige Tleaser; ferner eine fromme wutter mit ihren sieben Söhnen, und andere. Aber in der höchsten Gefahr erstand den Juden ein Trretter. Tine Syrerschar kam auch nach wodin, einem Städtchen bei Jerusalem, um^oie Juden daselbst zmn heidnischen Opfer zu zwingen. Ihr Führer Apellas wandte sich zuerst an watthatias (watisjahu), einen alten und angesehenen Wann aus dem priestergeschlechte der Hasmonäer, damit er und seine Söhne mit ihrem Beispiele vorangingen, während aber watthatias sich weigerte, trat ein Jude an den Altar, uni zu opfern. Da übermannte den Greis der heilige Zorn, er tötete den Abtrünnigen, feine Söhne und andere fromme Juden machten Apellas und feine Begleiter nieder und stürzten den Altar um. Immer größer wurde ihre Schar, fie zogen von Ort zu Ort, zerstörten die heidnischen Tempel und Altäre und ermahnten überall, dem Judentums treu zu bleiben und die Feinde zu bekämpfen. Rurz daraus starb watthatias und sein Sohn Juda (mit dem Beinamen Wackabi „der wackabäer") übernahm nun die Führung. „Tr glich einem Löwen in seinen Thaten; er verfolgte die, Gottlosen und spürte sie aus; sie beugten^sich aus Furcht vor ifjm, und alle Ubelthäter wurden bestürzt, und die Rettung^gelang in seiner Hand, und sein Andenken ist gesegnet in Twigkeit." Zunächst besiegte er eine syrische Rriegsschar unter Apollonius, der selbst unis Leben kam; dann den Seron, der gleichfalls in der Schlacht siel, und 800 Syrer mit ihm — die andern flohen. Nun ward Antiochus zornig. Tr sandte zwei kriegserfahrene Feldherren, Nikanor und Gorgias, mit 40000 wann und 7000 Reitern nach Judäa. Dieser Wenge konnte Juda nur 6000 wann entgegenstellen. Aber er stärkte sich und seine Schar im Gebete zu Gott, ließ einen Buß- und Bettag mit Fasten abhalten, stürzte dann be-' geistert in den Rampf (bei Tmmaus 166), besiegte den Gorgias und machte eine glänzende Beute. Im folgenden Jahre rückte der Reichsverweser mit 60000 wann und 5000 Reitern heran; aber auch er wurde vollständig geschlagen, obgleich das Heer der Juden nur (0000 wann zählte.