Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 21 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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331 der Weißen erhalten. Er wußte Zuleika zu bereden, mit ihm zu fließen, was beiden auch gelang. Nach langen Irrfahrten kamen sie endlich nach der Sierra Leona-Küste, wo sie sich in der Hauptstadt Freetown niederließen, in deren Nähe heb sich einen Landbesitz kaufte und anbaute. Unsere Freunde kamen glücklich in Europa an, und während Lindenberg die Leitung des väterlichen Geschäfts übernahm, suchten sich die Brüder Rodenhein eine andere größere Stadt, wo sie ihre Niederlassung begründen konnten. Amsterdam schien ihnen hierzu am geeignetsten, und hier gründete Simon Rodenhein ein Tabak- und Zigarrengeschäft, während Selmar sich ein Uhren-, Gold- und Silberlager einrichtete. Bevor sie aber ihre feste Einrichtung trafen, -machten sie eine Reife nach G., wo die Gräber ihrer Eltern sich befanden. Sie hatten das Bedürfnis, ihren kindlichen Dank an der Stelle niederzulegen, von welcher sie einst Blut und Kraft für die Kämpfe des Lebens sich geholt hatten. Alljährlich zweimal sehen wir zwei stattliche Ucänner an zwei Gräbern, die einen gemeinsamen Leichenstein haben, inbrünstig beten und die Grabschriften mit Innigkeit lesen. Es ftn5 Simon und Selmar Rodenheim, die an dem Sterbetage ihrer Eltern deren Gräber besuchen, bei welcher Gelegenheit sie auch die Armen ihrer heimatgemeinde mit reichlichen Gaben bedenken. In ihrer Wohnung sindet inan an bevorzugter Stelle in elegantein Rahmeil von geschickter Hand gestickt die beiden Grabschriften, die sie währeild des ganzeil Lebens als ihreil „Talisman" betrachteteil. Die Juden in China. von w. £. Wenn ihr, liebe Kinder, eine Beschreibuilg der eigeiltünllichen Berhältnisse iil Ehnia leset, die sonderbareil Sitten und Gebräuche, dann lächelt ihr wohl üil stillen und denkt: „Das ist doch aber zu drollig." Gewiß habt ihr nun auch das Verlangen, etwas von unseren Glaubensgeilosseil in Ehina zu erfahren. Früher hielt inan die iil Ehiiia besiildlichen Juden für Ueberreste aus 6cm Zehnsiämme-Reich Israel, die ilach der Einnahme voll Sanlaria Jahrhunderte vor Ehristi Geburt dorthin verschlagen wordeil seien. Zu dieser Ansicht würden die Worte des Jesaja, welcher zu gleicher Zeit in Juda als Prophet auftrat, sehr gut passeil: „Jene werdeil komnleil vom Lailde Sinim." Neuere Forscher iildessen glauben, erst nach der Zerstörung Ierusalenls durch Titus unter dem chinesischen Kaiser Bttng-ti, der in den Jahren 58 bis 75 unserer Zeitrechnung regierte, feien Juden im chinesischen Reiche angekonmleil. Dieselben hielten sich jedeilfalls läiigere Zeit iil Persien auf, wofür der Nmstand spricht, daß sie iloch iilehrere persische Wörter in ihrer Sprache habeil. Aus ihrem Weitermarsche berührteil sie dailil iloch Samarkand. Thiilesische Geschichtsschreiber erwähileil ihre Ailkuilft iu Ning-H'io am obern hoangho zur Zeit der X>ynaftie h'an (206 vor bis 22\ ilach Ehr.). Die Erlaubilis