Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 21 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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329 als sich zu ergeben ober in die Tiefe V'5 Gaffers zu stürzen. Hier harrte ein Boot, das die befreiten Gefangenen aufnehinen sollte. Die drei Bcänner begriffen wohl, was auf dem Spiele stand und hätten sich am liebsten auf die Verfolger gestürzt. Aber sie durften den j)lan nicht durchbrechen, wenn sie des gewünschten Erfolges sicher fein wollten. Darwn verhielten sie sich ruhig. In diesem gefahrvollen Augenblick flehten sie zu Gott, er möchte die verfolgten in seinen Schutz nehmen. Bekenner dreierverschiedener Religionen richteten ihre Gebete gemeinsam zu denr einen Gotte im Himmel. plötzlich wurde die Finsternis der Bucht durch hell auffchlagende Flammen erhellt; ein Holzschuppen brannte, der infolge des noch inuner tobenden Windes bald einem Feuerklumpen glich, von dein hochauflodernde Flammen und dicker Rauch aufstiegen. Die in den Hütten eingeschlossenen Neger erhoben ein jämnrerliches Geschrei. „Jetzt d'rauf, die Büchsen und Pallasche zur Hand!" ries Lindenberg und sprang aus der Vertiefung; die beiden andern folgte,: ihn:. Butten hinein zwischen die unterdes freigenrachten und in der Pflanzung mit lautem Geschrei sich umhertreibenden Neger stürzten sich die drei und stürmte,: der Treppe zu, die zu den: Dache des Gartenhauses führte, hierüber stießen sie nun aus Aufseher, die, als sie der Anstürrneuden ansichtig wurden, laut aufschrieu und ihre Flinten aus sie abschossen. Sie verfehlten aber alle ihr Ziel. Die Befreier der Gefangenen wichen einige Schritte zurück. Sie waren noch unschlüssig, ob auch sie Gebrauch von der Schußwaffe n:acheu sollten. Da dröhnte plötzlich in: Rücken der Aufseher ein Schuß und einer derselben stürzte zu Boden. Dieser Schuß war von Heb abgegeben worden, der sich zwischen den Aufsehern nach oben zu schleichen gewußt hatte und sich bereits bei den Gefangenen befand. Die in: Rücken Angegriffenen stutzten. Sie überschätzten den Feind, den sie hinter sich hatten; sie glaubten ihn zahlreicher, als er war und verharrten einige Augenblicke in Unthätigkeit. Diese Zeit benutzend, durchbrach Lindenberg die Rette, die sie bildeten, und stürmte die Treppe hinauf; ihn: folgten ungesäumt Rodenhein und der Araber. In: nächsten Augenblick lagen sich die Brüder Rodeuheiu in den Ar,neu. Allein es war jetzt keine Zeit, sich der Freude des Wiedersehens hinzugeben; inan n:ußte versuchen, den gefährlichen Grt so schnell wie möglich zu verlassen. Aber wohin sich wenden? Durch die Pflanzung konnte n:an unmöglich den Weg nehn:en, denn dort waren bereits eine große Anzahl Neger und auch die Aufseher auf ihren: Platze. Und die Aufseher unten, da sie wußten, daß die Gefangenen keinen andern Weg zur Flucht hatten, als durch die Pflanzung, verblieben jetzt ruhig und wollten abwarten, bis dieselben nach unten kommen würden. Allein sie kamen nicht. Heb hatte bereits auch an die Uinnöglichkeit der Flucht durch die Pflanzung gedacht und in fürsorglicher Berechnung einen zweiten Weg in Vorbereitung gesetzt. Seit der Dänunerung harrte auf den: See ein Boot mit zwei handfesten Ruderern. Die Leute hatten zwar große Blühe, bei den: heftigen Wind das Boot an der Stelle zu erhalten und von einen: Zerschellen an der Blauer zu bewahren, aber es war ihnen dennoch gelungen. Jetzt befestigte Heb ein Seil an einen Pfeiler des Geländers. „Folget nur!" rief er dann den ander,: zu und schwang sich, nachden: er das Seil er-