Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 20 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 317 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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317 Aber öie immer drückender werbende Herrschaft der Römer, öie öle Ausübung der jüdischen Religionsgesetze immer mehr erschwerte, sowie die Habsucht der römischen Landpsleger, die den Wohlstand des Landes und den Tempelschatz Zu erschöpfen drohten, brachten die (kmpörnng der ^juden endlich Zum offenen Ausbruch (66 n. Thr.). Natürlich nmhte das kleine ^jndäa der Weltinacht der Römer unterliegen; und so wurde Jerusalem im ^sjahre 70 erobert und der Tempel verbrannt, und Zwar wiedermn am 9. Ab, wie der erste. Dieses ist in Kürze die Geschichte des 2. Tempels, der nahezu 600 chchre gestanden hat, und von dem noch ein Ltttck der westlichen OUaiter bis auf den heutigen Tag Zu seheu ist! Lin lateinischer Bauer. Line zwar alte, aber lustige Geschichte. Lin Bauer hatte einen Lohn mit Namen Michel, den er studieren ließ. Nüchel war faul und unwissend, und die Zeugnisse, die er mit nach Hause brachte, gaben wenig Hoffnung, daß aus ihm was Gescheites werde. Als Michel wieder einmal in die Serien kam, mußte er an Stelle seines altern Bruders, der plötzlich krank geworden, dem Rater bei der Arbeit helfen, was ihm jedoch nicht recht behagen wollte. Lines Tages sollte Dünger ins Feld gefahren werden, da rief ihn der Rater hinaus auf den Hof, reichte ihm eine Mistgabel und sprach: „Michel, heute hilfst du mir Mist laden, und I während ich nachher ins Feld fahre, kannst du zur Scheune dreschen gehen. Beide begaben sich hierauf an die Arbeit. Nach einer weile fragte der Rater: „Michel, wie heißt Mistgabel auf lateinisch?" „Grabelinius“, erwiderte Michel. > „And der Mist?" „Mstidus". „Und die Aarre?" „Karrat-us“. „wie heißt aber der Flegel auf lateinisch?" „FlegolinusI gab Michel schlagfertig zur Antwort. — „Ich verstehe schon," versetzte darauf der Alte, „aber hör' nral, Michel, was ich dir sage: wenn du mir jetzt mit deinen: Oabolmus den Mstidus nicht besser auf den Farratu« wirfst, dann hol' ich den Flegelinus und geb' dir ein paar auf den LuoFeliuus, daß dir Hören und Sehet: vergeht." Das half. Michel strengte sich an, so gut er konnte, und bald war die erste Aarre geladen. Später gings immer besser, und obgleich Michel heute nicht gern mehr Latein spricht, so weiß er um so besser mit Aarre, H>flug und Pferden mnzugehen. Auch kann er mit großen: Geschick den Dreschflegel schwingen.