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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 20 (1895) · p. Seite 311

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
20 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 311 (sequence 3)
Language
German
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311 Der Talisman oder Zwei Grabschriften. Erzählung von M. Zcherbel. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Nach einer fast vierzehntägigen beschwerlichen Reise langte Ali heb an der Sklavenküste an. Da er die Sprache des Landes verstand und mit Geldmitteln hinreichend versehen war, gelang es ihm bald, genaue Auskunft über Elim Zufluß den Bruder des Abessiniers, des Dienstherrn der Zuleika, zu erhalten. Dieser war ein reicher Alaun, der wohl an 30 Negersklaven besaß, die ihn: seine Äcker und Zuckerpflanzungen bestellten. Zn jüngerer Zeit, so wurde heb mitgeteilt, hatte er sich auch einige meiste Sklaven angeschafft, die er aber verborgen hielt. heb stellte sich Elim Zufluf als Elsenbeinhändler ans Tumassie vor. Als solcher und als Landsmann se'ues Bruders fauö heb hier eine sehr freundliche Ausnahme. Trotz häufiger Besuche und angestrengter Aufmerksamkeit gelang es heb doch nicht, der Sklaven ansichtig zu werden. Eines Tages forderte Elin: ihn auf, mit ihm nach seiner Zuckerpfianzung zu kommen, die außerhalb der Stadt lag, um die Anlagen daselbst in Augenschein zu nehmen, heb folgte dieser Aufforderung um so lieber, als er hoffte, endlich die Gelegenheit zu haben, etwas über das Schicksal der weißen Sklaven erfahren zu können. Alan kam nach zweistündigem Abarsche dort an. Beide, Elim Zufluf und heb, hatten eine steile Felsenwand zu erklettern, bevor sie in die Zuckerpflanzung gelangen konnten. Jetzt befanden sie sich in einen, Thale, das ringsum von Bergen eingeschlossen war, in.die schon mancher Sklave zu entfliehen suchte, in der Hoffnung, dadurch die entbehrte Freiheit zu erlangen. Aber in den engen Gebirgspässen und tiefen Schluckten fanden die Flüchtlinge gewöhnlich ihren Tod, oder sie wurden von ihren Verfolgern eingeyolt; denn jenseits der Berge zog sich ein meilenweiter See hin, der ein Entrinnen unmöglich machte. Das Thal selbst aber war ein flciucs Daradies zu. nennen, hier wachsen die schönsten Farrenkräuter zwischen den mit weißen k^uarzstücken vermengten Steinen, teilweise unterbrochen von fruchtbaren Bodenstrichen, die mit den prächtigsten Dflanzen des tropischen Landes bedeckt waren. Zm Hintergründe zogen sich in gedehnten Linien die Zuckerpflanzungen hin. Rechts und links davon standen die Hütten und Häuschen für die Sklaven und ihre Aufseher. And in der Butte derselben ragte ein großes castellartiges Gebäude hervor, dessen Rückseite von dem bereits erwähnten See bespült wurde. Die Vorderfront dieses Gebäudes wurde durch zwei Thürmchen geziert, deren kleine Fenster mit Eisenstäben vergittert waren. Das nn'iffe ein Gefängnis fein, und hier werden wohl die weißen Sklaven schmachten, so dachte heb; aber er sprach diese Vermutung nicht aus. Nachdem Elim Zufluf sein ganzes Besitztw.n dem Gaste gezeigt hatte, bestieg er mit ihm das platte Dach in der Nähe des einen Türmchens. And auf dieses zeigend, sprach er: „Sehen Sie, hier ist die Alerkstatt meiner wcißen Sklaven." 20«

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