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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 19 (1895) · p. Seite 297

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
19 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 297 (sequence 5)
Language
German
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kann er den Diamant herunterschlagen, aber wie zufällig seinen Fuß aus denselben setzen, bis er Gelegenheit hat, ihn unbemerkt an sich zu bringen. Daher geschieht es auch, daß die Diamantenhändler mehr Steine von den diebischen Arbeitern kaufen, als^von dem Besitzer selbst. Je gewissenhafter und aufmerksamer die Ausseher nun sind, desto unbequemer sind sie den unehrlichen Arbeitern. Und da unsere Freunde mit Treue und Umsicht ihr Amt versahen, hegten die Arbeiter einen grimmigen haß gegen sie — bis auf Ali heb. Tr war, wie bereits berichtet, aus der Haft entlassen worden, während der Mörder Rrafts seine Unthat mit dem Leben büßen mußte. Der junge Raffer, Ali heb, der in den Diggins arbeitete, aber auch unsere Freunde bedienstete, machte sie auf die ihnen seitens der Arbeiter drohende Gefahr aufmerksam und riet ihnen, den Tlaim, ja überhaupt pniel zu verlassen und sich in den: Osten des Landes durch den Aufkauf von Elfenbein einen lohnenden Erwerb zu suchen. Er erbot sich, sie zu begleiten und sich ihnen durch die Aenntnis der Landessprache und das Verständnis für Elfenbein nützlich zu machen. Die beiden Freunde folgten dem Rate und schloffen sich schon der nächsten Aarawane an, deren Reiseziel das Aschantigebiet und die Hauptstadt Tumassie war. Der U)eg bis dahin war sehr beschwerlich. Weitgedehnte Sandebenen, die nur ab und zu durch ein rauschendes Flüßchen oder eine Oase unterbrochen wurden und einen: unabsehbaren graugelben Teppich glichen, über den der tiefblaue Himmel sich ausspannte, mußten sie durchwandern. Die Sonne sandte ihre heißen Strahlen in fast senkrechter Richtung hernieder, die den Sand glühend und die Wanderung äußerst beschwerlich machten. Zur Nachtruhe suchte man gewöhnlich die Oasen auf, welche den Aarawanenführern wohl bekannt waren. hier konnte man sich Erhohlung und Erfrischung verschaffen. Auf diesen Oasen giebt es hochgewachsenes Gras, Wasserquellen und fruchtreiche Bäume. Allein man kam auch zur Nachtruhe an Stellen, wo dieses alles nicht vorhanden war. Dort wuchs nur eine auf dem Boden hinkriechende Pflanzenart, die mitunter gefährlicher werden kann, als giftige Tiere. Da wächst der Askant, dessen Stacheln bei der geringsten Berührung sich lösen, die Kleiderstoffe durchdringen und in die haut sich einbohren, wo sie lebensgefährliche Eiterbeulen erzeugen. Außerdem giebt es dort auch Spinnen, die durch das Lagerfeuer herbeigelockt, herankriechen, dann auch zwischen aufgesetzten Töpfen hindurch in die Flamme schlüpfen und wieder herauseilen. Man sucht sich ihrer dadurch zu erwehren, daß man sie durch ange Feuerzangen ergreift und in das Feuer schleudert. Endlich Hausen hier noch giftige Schlangen, deren Abwehr eine Aufmerksamkeit erfordert, die einen dauernden Schlaf unmöglich macht. So ging es Tage fort, bis man endlich nach dem Aschantigebiet kan:. Dieses Negerreich, in welchem sich zahlreiche holländische und englische Niederlassungen befinden, hat einen lebhaften Handelsverkehr. hier hatten unsere Freunde Gelegenheit, das erste Elfenbein das ihnen voi:*?inem Neger angeboten wurde. aber für dsie Händler absatzfähig zu machen, bedurfte es noch einer besofl8ern Zurichtung, auf die Ali heb sich gut verstand. Außerdem fattH er, weil er die Spkäche der Landbevölkerung redete, viel Vertrauen bei derselben. Später führte er Rodenhein und Lindenberg hinaus in den Umkreis der Stadt, wo die Neger in zerstreuten Gruppen in Hütten von Binse und Bast

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