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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 17 (1895) · p. Seite 259

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
17 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 259 (sequence 3)
Language
German
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259 Der Talisman oder Zwei Grabschristen. Erzählung von SK. Icherbel. «Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Sie waren auf dein Polizeibureau angelangt. Hier fand nun zuerst die Vernehmung des Verbrechers statt. Er gab an, zu der That gereizt worden zu sein, indem er von dem Deutschem des Diebstahls beschuldigt worden sei. „Sk sind schon bestraft und zwar von unserm Gericht. Das eine Mal wegen Betruges im Spiele und das andere Mal wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Zm ganzen haben Sie bereits eine Strafe von Zähren Gefängnis verbüßt. Stimmt das?" „Das war aber bereits vor 6 Zähren." „Und wo hatten Sie später Zhren Aufenthalt?" „Teils hier, teils in Tonstantia." „S^e leugnen also den Diebstahl?" „Zch bin unschuldig." — Der Richter befahl die Durchsuchung des Verbrechers. Dieser sträubte sich mit allen Kräften dagegen, wurde jedoch schließlich überwältigt. Da wurden denn zuerst die dem Heller entwendeten Steine in den Stieseln des Gefangenen gesunden, und als man dann noch die anderen Kleidungsstücke an ihm durchsuchte, da brachte man noch die verschiedensten Gegenstände zu Tage: Gold- und Silbermünzen, goldene Uhren, eine Brillant-Uadel und schließlich noch einen Siegelring. Zn dem Siegelring war ein Uame eingraviert, den aber der Richter nicht lesen konnte, weil ihm die Schrift gänzlich unbekannt war; die Zeichen: waren weder deutsch, noch lateinisch, noch arabisch. Der Ring machte die Runde bei sämtlichen Personen, die im Bureau waren, ohne daß jemand über die Schrift Auskunft zu geben wußte. Er kam auch in die Hände Lindenbergs und Rodenheins; letzterer fand bald heraus, daß es hebräische Buchstaben waren, die — wunderbar genug — in ihrer Zusammenstellung den Nmnen seines Mnkels „Moses Kraft" trugen, der sich in pniel befand, und den er aufzusuchen eben im Begriffe war. „!Die tarnen Sie zu diesem Ringe?" fragte der Richter den Verbrecher, der bereits anfing, seine Kaltblütigkeit zu verlieren. „Zch habe ihn für eine Schuld angenonnnen." — „Von wem?" — „Von einem Unbekannten; er war mit ebnem Schiffe angekonnnen und befand sich in großer Geldverlegenheit. Zch lieh ihm Vs Pfd., woraus er mir den Ring zürn pfände gab." „Wann war dieses, und wo war es?" „Es war in Tonstantia ungefähr vor drei Monaten." — Znzwischen hatte einer der Polizeibeamten ein Zeitungsblatt hervorgesucht und den Richter aus eine Stelle in denrselben aufmerksam genracht. Der Mörder bemerkte es, und über sein Gesicht zog sich eine fahle Blässe. „Hören Sie, was ich Zhnen vorlesen werde," sprach der Richter zu thnr. „Die Sache, um welche es sich hier handelt, geht Sie etwas mehr an, als jeden andern. — „„Am 25. Zuni wurde auf einem der Dianrantenfelder nahe 17*

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