Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 16 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— ‘J-M — damals ganz tote Einöde gelangte, plötzlich hemmte ein schrecklicher (Gedanke seine Schritte, eine dunkle Ahnung, er sei vielleicht uom Schiffe zurückgelassen, bemächtigte sich seiner. Er schauderte, kalter Schweiß drang ihm aus allen Poren; fast atemlos eilte er aus eine Bergspitze, von wo er das User und die Bucht übersehen konnte. Bor Schrecken bleich gewahrte er, daß das kurz vorher belebte Äser öde und stumm war, die Bucht leer, keine Schaluppe, kein Schiff zu sehen, nichts als das Akeer, das stürmische Aleer und weit, weit in der Ferne die kleine Schaluppe, die mit ihrer englischen flagge dem Unglücklichen ein Lebewohl zu sagen schien. Der Künstler blieb wie an den Boden gefesselt stehen. Er war der Berzweiflung nahe; laut um Bilfe schreiend, warf er sich zur Erde. Als er sich vom ersten Schrecken erholt hatte, stieg er wieder hinab, um einen Zufluchtsort zu suchen. Doch was sah er da? täuschten ihn seine Sinne nicht? Am Abhange eines Bügels erblickt er eine Bütte, umgeben von einer wohlgepflegten Zaunhecke. Glänzende Aulchtöpfe schinunern auf einer Bank vor der Thür. Ein Hund bellt, und bald darauf erscheint ein Alaun, der von unserm Zobn in englischer Sprache angeredet wird. Bein er hat sich nicht getäuscht. Es ist jener Eorporal, ein Landsmann, der ihn aufs herzlichste willkommen heißt. Bier lebte der Künstler \4 Monate in der ans Alaun, Frau und einem Kinde bestehenden Familie, die ihm den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen suchten. Endlich legte ein Schiff hier an, und Zohn ward von demselben ausgenonnnen und seinem Ziele zugesührt." Als Akorisfeld geendet hatte, sagte Aodenhein: „Za, es ist eigentümlich, wie das Schicksal mit dem Alenschen spielt. — Zener Alaler wollte nach Bew galen, allein ohne seineil Millen mußte er noch einen Abstecher machen. Mir selbst wollten nach den Diamantenfeldern und müssen hier Zhre Gastfreundschaft in Einspruch nehmen." „Za wir können vonGlück sprechen," sagte Lindenberg, „wer weiß, was noch aus unfern Anglücksgefährten werden wird. Mir würden ihr Los teilen, welln mein freund nicht in Zhnen, Berr Akorisfeld, einen Glaubensgenoffeil gesunden hätte. Ohne diesell Zufall, ohne jenes religiöse Zeichen au Zhrer Thür würden wir an Zhrer Ansiedlung wie an vielen andern gleichgültig vorübergegangen sein. Daß bei Zhllen das Band der religiösen Zusammengehörigkeit so weit, ja selbst bis in diese wilde, unwirtliche Gegend reicht, ist ein Borzug, dessen wir Thristen Ulis nicht erfreuen." „Sie sind nicht so sehr darauf angewiesen, mein Lieber," erwiderte Awrisfeld. — „Sie werden wissen, wieviel Lieblosigkeit uns Zuden im allgelneinen noch entgegengebracht wird. Aus diesem Bewußtsein heraus entwickelte sich in ganz natürlicher Meise bei uns Zuden das Gefühl der Zusammengehörigkeit mehr, als es sonst anderweitig der ^cill ist. Mer weiß, was aus den Zudei: in ihrer Zerstreuung geworden wäre, wenn ihnen oieses Gefühl gefehlt hätte. Empstnden Sie nicht auch das Mohlthätige, das darin liegt, daß wir als Deutsche in allen Ecken und Enden der Melt etwas Gemeinsames in uns tragen, daß wir durch die Liebe zu unserem Baterlande zusammengehalten werden, woraus in den Zeiten der Bot schon manches Gute eich prosten ist?" „Leider giebt es so niederträchtige Alenschen, die uns Zuden nicht als Deutsche betrachtet wissen möchten," warf der junge Alorisfeld eia, „die uns echte Vaterlandsliebe absprechen wollen, obgleich schon unsere Religion was Liebe und Treue zum Vaterland und Staatsoberhaupt vorschreibt. ' „Das sind Anschauungen und Meinungen, die in ihrer Eh;elheit und