Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 15 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/9620171-9621231-9621481--0271-9621494- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Allerlei. Der Brand von Brotterode. Das ganze Dorf Brotterode bei Schmalkalden ist kürzlich von einer furchtbaren Leuersbrunft völlig vernichtet worden. Der ganze Grt Zählte etwa $00 Gebäude mit gegen 5000 Giuwohneru, die sich in redlicher Arbeit durch Alesser- und Schnallenfabrikation. durch Tabakbau und Handel ernährten. Rur wenige Gebäude au den Ausläufern des Dorfes find unversehrt geblieben. Das Elend ist unbeschreiblich, Iast 2000 Aleuscheu find ohne (Obdach. Alles, alles, was ne besasten, ist ein Raub der Kaminen geworden. So manche Familie, die in dieser gottgesegneten Gegend glücklich und Znfriedeil lebte, hat das Unglück an den Bettelstab gebracht, stn wenigen Almuten waren ihre Däuser und Werkstätten, ihre Werkzeuge, ihr Vieh uild ihre ^eldfrüchte von den flammen aufgezehrt. Richts blieb ihueil als nur das armselige, llackte Leben, sstwei alte grauen konnten auch das nicht retten, sie kamen in den flammen um. Und wißt ihr, liebe Linder, wodurch dieses namenlose Unglück hervorgeruseli wurde? Gin Lnabe wollte eine Forelle iil der Lüche braten, was seine Gltern ilicht erlaubeil wollten. Da ging er in die Scheune und inachte yucr auf der Tenne, um sich dort den Leckerbissen Zuzubereiteil. Die Scheune war aber mit Stroh und Getreide gefüllt. Durch die Unvorsichtigkeit des Lnabeu fingen diese Mier, und infolge des starken Windes griff die jlanune so schnell um sich, dast alle Lösch- und Rettungsversuche erfolglos waren. Also der Ungehorsam, der Leichtsinn und die Unvorsichtigkeit des Lnaben haben dieses groste Glend verschuldet. Der Katholische Brieüer Bater Ignatius in Bottingljarn besuchte kürzlich die hebräischen L lassen der dortigen Religonsschnle Bevor er dieselbe verliest, hielt er eine Ansprache an die Schüler, in welcher er dieseW<7t^eriuahnte, sich mit berechtigtem Stolze studen imd stüdinneu Zn nennen; denn'sie seien Linder besonderer Liebe Gottes. Den studen habe der Allmächtige die groste Aufgabe Zugeteilt: tOahrheit und Ailfklärnug unter allen andern Rationen der Grde Zu verbreiten. Gr selbst behandle deshalb die ffuden mit groster Achtung, und als er ein Lnabe war. unterliest er es nie, wenn er an einem alten studeu vorüberging, den Lut Zu Ziehen. Gr empfahl den Lindern, anch Palästinas, der Stätte ihrer grosten geschichtlichen Vergangenheit, nicht Zu vergessen und sprach die Hoffnung aus, daß sie alle, einmal grost geworden, brave studen und Jüdinnen sein würden. _ Die Ghre deines Schülers sei dir so wert wie deine eigene, und die Ghre deines Schulgenossen wie die Ghrsnrcht vor deinem Lehrer, und die Ghrsurcht vor deineiu Lehrer wie die Ghrsnrcht vor Gott. «pu-ke :ibotb 4,1.').) wer die göttliche Lehre in Ghren hält, wird von den Aleuschen geehrt, wer die göttliche Lehre verachtet, wird von den Alenschen gering geachtet. _ (pirfe etbotb 4,6.)