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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 15 (1895) · p. Seite 226

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
15 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 226 (sequence 2)
Language
German
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226 Sparfam nennt man 6cn, 6er 6as, was er nicht verbrauchen mu 15, auch wirklich nicht verbraucht. iUer öas aber dennoch thut, der ist ein Verschwender. Haben wir also keinen Hunger und keinen Durst, so brauchen wir kein Geld für Gssen und Trinken auszngeben; haben wir noch gute Kleider, so dürfen wir keine neuen kaufen; sind unsere Rücher und Hefte noch gut und schön genug, — wenn wir sie schonen, bleiben sie das sehr lange — so brauchen wir keine neuen; und so ist es mit vielen andern Dingen, wie überall, gilt auch hier die Frage: Akuß das sein? Und wenn wir mit „Rein!" antworten müssen, so ist das ein schönes Zeichen dafür, daß wir sparen können. Ja, werdet ihr sagen, wozu denn immer sparen? Gs ist doch so angenehm, Geld auszugeben und immer etwas anderes Zu haben! Und manchmal ist das, was wir ausgeben, so unbedeutend! — Darauf steht die Antwort schon in den Spr. Sal. 13,11: „Auch durch geringfügige Ausgaben wird ein Schatz vermindert, aber ein allmähliches Sammeln vermehrt ihn." And wer sich au das unnötige Geldausgeben gewöhnt, wird sicherlich ein Verschwender oder gar ein unehrlicher Alensch, dem es nicht darauf aukommt, auch fremdes Geld aus- Zugeben,also Zu stehlen, wenn er selbst kein Geld hat und dennoch welches ausgeben will. Gs kommt aber noch etwas hinzu: Riemanö von uns weiß, ob er immer fgesunö und arbeitsfähig bleibt und immer soviel Geld haben wird, als er sogar ür nötige Dinge gebraucht; deshalb ist es gut beizeiten Zu sparen, dann hat man etwas in der Rot. wie manchen Pfennig, wie manchen „Rickel" gebt ihr für Räschereien und Kindereien aus, den ihr sparen könntet! Thut ihn in eure Sparbüchse, und nach fahren habt ihr ein Sümmchen beisammen, für das ihr euch vielleicht etwas sehr Nötiges beschaffen könnt. Doch eins sollt ihr nicht vergessen. Handelt es sich um eine gottgefällige Ghat, um ein gutes Werk, so sollt ihr nicht sagen: „Alutz das sein?" sondern nur „Kanu das sein?" vnd kann es sein, d. h. wenn ihr es könnt, dann gebet, „versage die wohlthat keinem, dem sie gebührt, wenn es in deiner Kraft steht, ne Zu erweisen." (Spr. Sal. 3, 27.) wer aber etwas, das fein mnß, dennoch nicht beschafft, obgleich er das Geld dazu hat, sich also von dem Gelde nicht trennen will, den nennt man geizig. So ein Geiziger ißt und trinkt schlecht, wohnt schlecht, kleidet sich schlecht, friert im Winter, weil Holz und Kleider Geld kosten, und leiht die notwendigsten Dinge von andern veuten, obgleich er sie sich selber sehr wohl kaufen könnte. Für andere hat er überhaupt nichts übrig, „wer gegen sich selber hart ist, gegen wen wird der gütig sein? Seiner eigenen Güter wird er nicht froh" (Sir. 14, 3). Da habt ihr den Unterschied Zwischen dem Sparsamen und dem Geizigen! Auch das seht ihr nun ein: Der Sparsame spart für sich, der Geizige für andere.

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