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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 11 (1895) · p. Seite 165

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
11 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 165 (sequence 5)
Language
German
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Rlagdeburger schüttelte nur still und lächelnd den Aopf. „Also zwanzigtausend Gulden," sprach die Grästn, offeilbar in der Absicht, das Ziel weit zu überschießen. Rlagdeburger polierte in erhabener Ruhe den Deckel seiner Tabaksdose und entgegnete: „Rein Gedanke!" „Also dreißigtausend ... so red' Tr doch, Rlensch!" „Alsdann," schrie Rlagdeburger, und das Helle Vergnügen blitzte aus seinen ehrlichen Augen, „ich Hab' non Mols Zappert einundvierzigtausend Gulden bekonnnen, da ist das Geld — und ganz extra hat er nur noch drei Stück Hunderter wie die Löwen aus dem Tisch aufgekracht, — als meine Tonsession oder Tonfusion — besser soll ich von Freuden wissen, als ich weiß, was er gesagt hat, — etwas ein griechisches oder spanisches Wort war es. „Tr wird vielleicht Provision gesagt haben," bemerkte Anna. „Ja Sie habeil Recht, Mamsell Anna, Profession hat er gesagt . . ' komisch! All mein Leben Hab' ich gemeint, e Profession heißt: ein Schireider, Schuster, Bäcker, Grobschmied . . . auf einiilal heißt e Profession, daß mau kriegt dreihundert Gulden ... so soll ich leben — das schönste Handwerk!" Die Oberstburggräfin war hu höchsten Grade überrascht, sie hatte deiil Schiilucke nur eineil nläßigeil Wert beigelegt, uild die für jene Zeit riesige Summe überstieg ihre höchsteil Trwartungeil. Rlagdeburger zog ganz ungeniert ein großes hacket aus seiner Hosentasche mld legte es auf den Tisch vor die Oberstburggräfin hin. „Jetzt werd' ich Ihnen, Trcellenzleben erzählen, wie's nur ergailgeil ist, werdeil Sie lachen. Ich konliil' zu Wolf Zappert, läßt er mich erst im Borzimmer warten; eildlich werd' ich vorgelassen; sag' ich; Reb Wolf — so iiluß man mit ihm reden, weil er ein vornehmer Israelite ist, — ich Hab' von einem noblen £)aus einen Schmuck zu verkaufen, wolleil Sie ihn kaufeil? Uild wie er mit dein Uopf nickt, zieh' ich das Futteral aus der Tasche. Wie er's aufinacht, seh' ich gleich, daß ihlil der Schiiluck gefalleil thut. Fragt er mich: ,Bon wein habt Ihr die Brillanteil?' Sag' ich: Reb Wolflebeii, ich Hab' sie von einer noblen Dame', was ich nit sageil darf ihren Banlen und wenn Sie mir gebeil tausend Gulden, warunl? — weil sie mir's verboteil hat, weil sie uit will wissen lasseil, daß sie sie thut verkaufeil. — Auf einmal schreit Zappert: ,Gut! redt' int so viel, — ich versteh' schon, so etwas fommt bei mir oft genug vor? nämlich der Wolf Zappert ist ein ganz nobler Rlensch, aber wisseil Sie, Txcellenzleben, ein auffahrender Mensch ist er.

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