Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 11 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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164 Magdeburger schüttelte den Aopf. „Raten Sic einmal, Euer wohlgeboren Ho . . . ah! Excellenzleben will ich sagen, was mir Wolf Zappert für den Schmuck gegeben hat?" „Aber Herr Magdeburger, feien Sie doch nicht so schrecklich albern!" wagte Anna entrüstet sich in die Unterhaltung zu mischen, „so darf man nicht mit Ihrer Excellenz sprechen." „So soll mir mein Weib gesund sein," rief Magdeburger, „wie Ihre Excellenz raten muß!" „So red' Er doch, Er dmnmer Mensch! wie viel hat Er für den Schmuck bekonnnen? gleich sagt Er's ohne Umschweife, ich befehl's Ihn:, Er . . . langweiliger Patron!" „Aber wenn ich beim Gesund*) meiner Frau geschworen Hab'," rief Magdeburger in wehmütig vorwurfsvollem Tone, so darf ich's doch nit sagen, da nnissen Sie ja raten, Ercellenzleben!" „Der Ulensch tyrannisiert nach!" sprach die Gräfin mit verdrießlichen: Lächeln, „also achtzehnhundert?" Magdeburger schüttelte den Ropf. •: /fünfzehnhundert." „Ah nein!" „Also zwölfhundert? — nicht? — nun bin ich's müde, red' Er doch, Er dununer Alotz!" Magdeburger konnte nicht anders als in Fragen antworten, und er rief ungeduldig und lauter als, es die 'gute Lebensart gestattete: „Aber Excellenzleben, seien Sie gesund und stark, Hab' ich denn gesagt, daß ich weniger als zweitausend bekommen? — umgekehrt, ich Hab' mehr bekommen!" „Mehr!? Ah!" sagte die Oberstburggräfin, „ei siehe da! — das läßt sich hören! also wie viel hat Er bekonnnen?" „Rate::, raten müssen Sie, Ercellenzleben!" rief der dumme Aundschaftgeher. „Also dreitausend!" „Höher! höher!" Die Dame, die nun vollständig beruhigt war, fand nach und nach an den: komischen Gesellen Gefallen. „Also viertausend!" „Höher, höher, Ercellenzleben!" „Fünftausend!" „Nur weiter!" und vor Vergnügen griff. Magdeburger nach seiner Dose und schnupfte herzhaft mit vielen: Geräusche. „Aber jetzt werd' ich recht viel raten, damit die Sach'' ein Ende ninnnt — also zehntausend Gulden!" *) ei der Gesundheit.